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Ausgabe 1/2023

IN-Nachrichten

Wir starten in den Tag – und ins neue Jahr - mit einem gesunden Frühstück - probieren Sie doch mal schmackhafte Overnight Oats. Die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel stellen die Arbeitswelt vor größte Herausforderungen – fehlendes Personal und daraus resultierende Engpässe sind in unserem Alltag angekommen. Wir widmen uns im Januar der Frage, wie Unternehmen sich gut positionieren können und was sie konkret tun können, um Mitarbeitende zu gewinnen und nachhaltig an sich zu binden. Neu erschienen ist unser Mobbingbericht 2022. Unsere Auswertung hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Mobbinghandlungen von Vorgesetzten ausgingen - der Faktor Führungsverhalten rückt somit erneut in den Fokus, wenn es um die Gesundheit der Mitarbeitenden geht.

 

 

Gesundes Frühstück leicht gemacht

„Frühstücke morgens wie ein Kaiser“ oder „das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“ – so lauten weit verbreitete Überzeugungen. Doch was hat es damit auf sich? Ist das Frühstück wirklich unverzichtbar? Ernährungsexpert*innen sind sich darüber keinesfalls einig.

Die Relevanz eines ausgewogenen Frühstücks hängt von den persönlichen Essgewohnheiten ab und auch vom individuellen Energiebedarf. Für Personen mit körperlich anstrengenden Berufen oder für Leistungssportler*innen ist ein sättigendes Frühstück sehr wichtig. Wer morgens jedoch keinen Hunger hat, kann auch erst mittags essen. Das kann sogar den Vorteil haben, dass sich durch die längere Esspause zwischen dem Abendessen und der ersten Mahlzeit am nächsten Tag gesundheitsförderliche Effekte des Intervallfastens einstellen. Allerdings besteht ohne Frühstück am Morgen immer das Risiko, den aufkommenden Hunger durch ungesunde Snacks zwischendurch zu stillen.

In Deutschland hat das Frühstück bei vielen Menschen einen großen Stellenwert und wird herzhaft oder süß genossen. In anderen Ländern sind die Frühstücksgewohnheiten ganz anders: Während man zum Beispiel in Italien auf die Schnelle einen Kaffee mit einem süßen Gebäckstück zu sich nimmt, frühstückt man in Israel oft herzhaft mit Tomaten-Gurken-Salat, Rührei, Brot und Oliven und in Japan bereitet man schon am Morgen gerne würzige Gemüsesuppen zu.

Ein bekanntes und gleichermaßen gesundes Frühstück sind Haferflocken. Ob als frisches Müsli oder als Overnight Oats - die Zubereitung ist kinderleicht und schnell und Haferflocken können je nach Belieben mit frischem Obst, Nüssen, Trockenfrüchten oder Gewürzen wie z.B. Zimt verfeinert werden. Die Getreideflocken haben viele ernährungsphysiologische Vorteile: der hohe Ballaststoffanteil sorgt für eine lange Sättigung, wirkt sich positiv auf die Verdauung aus und kurbelt den Stoffwechsel an.

Doch was ist nun das ideale Frühstück? Die wichtigste Regel lautet: Die Mahlzeit sollte ausgewogen sein und gesunde Nährstoffe enthalten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind die vier Grundbausteine für ein gesundes Frühstück:

  • Getränke wie Wasser oder Kräutertee, aber auch Kaffee
  • Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Käse
  • Gemüse oder Obst, etwa Tomaten, Gurke, Paprika oder Äpfel, Beeren, Bananen
  • Getreide wie Brot, Müsli oder Getreideflocken

Besonders am Morgen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um die Wasserreserven des Körpers wieder aufzufüllen. Es wird empfohlen, mit einem Glas Wasser zu starten, bevor man zu ungesüßtem Tee oder Kaffee (maximal 3-4 Tassen am Tag) greift. Eine Studie von Yamada, et al. (2022) empfiehlt die Zufuhr von täglich 1,5 bis 1,8 Liter Flüssigkeit pro Tag, Sportler*innen brauchen im Schnitt 1 Liter mehr pro Tag.

Milchprodukte versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß und Calcium. Achten Sie hierbei auf naturbelassene Produkte ohne zugesetzten Zucker, pflanzliche Alternativen sollten keine Zusatzstoffe enthalten.

Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe und Früchte eignen sich auch hervorragend als Süßungsmittel im Müsli. Wer lieber zum Frühstückbrot greift, kann sein belegtes Brot mit frischen Tomatenscheiben oder Schnittlauch garnieren.

Vollkorngetreide (wie z.B. Haferflocken) sorgen für eine gute Sättigung und wirken sich zeitgleich positiv auf die Darmgesundheit aus.

Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH bietet zahlreiche Seminare und Vorträge – auch in digitaler Form – zu Ernährungsthemen an. Wenn Sie das Thema vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Workshop „Gesundes Frühstück“. Sprechen Sie uns gerne an:


Till Meyer
M.A. Sport & Ernährung
Berater Gesundheitsmanagement

Tel. 0221 27180-174
E-Mail: till.meyeraEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde

Haferflocken – als Müsli oder Overnight Oats

Zutaten:

  • 5 EL kernige Haferflocken
  • 100 ml Milch oder vegane Alternative (z.B. Hafer-, Soja-, Mandelmilch)
  • 1 kleine Banane oder beliebiges Obst der Saison
  • als Topping:  1 TL Hanfsamen oder geschrotete Leinsamen
                         1 EL klein gehackte Nüsse z.B. Cashew, Walnuss

    Je nach Geschmack mit etwas Honig verfeinern

Zubereitung Müsli:
Zutaten frisch vermengen, das Topping über das Müsli geben und sofort genießen.

Zubereitung Overnight Oats:
Milch und Haferflocken in einer Schüssel vermischen. Über Nacht zugedeckt stehen lassen. Morgens die Bananen schneiden, Haferflockengemisch erneut umrühren, die Bananen dazugeben und vermengen. Gewünschtes Topping hinzufügen – guten Appetit!

 

 

Demografischer Wandel - Fachkräftemangel größte Herausforderung

Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel werden von KMU als größte Zukunftsherausforderung betrachtet. Rund 40% des Mittelstands (Zukunftspanel Mittelstand 2022, IFM - Herausforderungen des deutschen Mittelstands in der Corona-Pandemie (ifm-bonn.org)) halten das Themenfeld für bedeutender als die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Energieversorgung oder Inflation. Jede zweite Person in Deutschland ist heute älter als 45 Jahre, jede*r Fünfte ist über 66 Jahre alt. Fachkräftemangel und Personalnotstand sind 2022 für viele Menschen im täglichen Leben spürbar geworden, z.B. durch verkürzte Öffnungs- oder Betreuungszeiten, durch lange Wartezeiten bei Sicherheitskontrollen am Flughafen oder bei der Vereinbarung von Handwerkerterminen. Nahezu überall lassen sich Einschnitte aufgrund von Personalmangel beobachten – für viele Menschen bringt dies einen erhöhten Anpassungsbedarf mit sich.

Gab es in der Bundesrepublik 2019 noch 43,5 Millionen Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose), so rechnet das statistische Bundesamt1 bis 2030 mit einem Rückgang von 1 bis 3,5 Millionen Erwerbspersonen. Ausschlaggebend sind die Babyboomer (Geburtsjahrgänge 1955-1970), die in großer Zahl aus dem Berufsleben ausscheiden und eine gravierende Lücke hinterlassen werden. Zwar können höhere Erwerbsbeteiligungen von Frauen sowie von älteren Menschen die demografische Entwicklung abmildern, jedoch nicht kompensieren. Auch die aktuellen Wanderungsbilanzen reichen nicht aus, um den demografischen Trend zu stoppen oder gar umzukehren2. Dabei wirken die demografischen Effekte doppelt. Auf betrieblicher Ebene können viele aufgrund von Renteneintritt vakante Arbeitsplätze nicht mit jungen Nachwuchskräften nachbesetzt werden und gleichzeitig führt die Alterung der Gesellschaft dazu, dass immer mehr Fachkräfte in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Soziales benötigt werden.

Die Bundesregierung verfolgt mit der Stärkung von Aus- und Weiterbildung, der Weiterentwicklung des Einwanderungsrechts sowie der Förderung der Erwerbsquoten von Frauen sowie von älteren Arbeitnehmer*innen das Ziel, die demografische Entwicklung abzufedern. Letztendlich liegen die Sicherung, Bindung und Gewinnung von Fachkräften jedoch in der Verantwortung der Unternehmen, die auf geschickte Hände und kluge Köpfe angewiesen sind, um innovativ, produktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die demografischen Entwicklungen sind sehr heterogen, Regionen und Branchen sind ganz unterschiedlich betroffen. Vor allem periphere, ländliche Gebiete haben meist geringe Neuzugänge auf dem Arbeitsmarkt. Fachkräftelücken gibt es aktuell insbesondere in den Branchen Sozialarbeit, Pflege, Betreuung und Erziehung, Handwerk sowie IT (siehe Abb. 1). In der Summe prognostiziert das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) für 2026 rund 250.000 fehlende Fachkräfte in Deutschland.
 

Wie können sich Unternehmen auf den Fachkräftemangel vorbereiten und vor Engpässen schützen, welche Möglichkeiten haben sie, um mit der demografischen Situation umzugehen?

Eine Voraussetzung ist, die strategische Alters- und Qualifikationsstruktur zu kennen und vorausschauend zu planen, so dass der Fachkräftebedarf frühzeitig erkannt wird und ausreichend Puffer bleibt, um diesen zu füllen. Des Weiteren lassen sich so gezielte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen umsetzen, die einem Fachkräfteengpass rechtzeitig vorbeugen.

Gleichzeitig erleben viele Menschen die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung als persönliche Wertschätzung. Eine offene, transparente Kommunikation, ein wertschätzender Umgang miteinander, Fairness sowie eine gesunde Unternehmenskultur sorgen für eine geringere Fluktuation und stärken die Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrem Unternehmen. Sind Arbeitsbedingungen und Arbeitsmittel zusätzlich gesundheitsorientiert gestaltet, wird die Work-Life-Balance gefördert und gehört auch ein gesunder und vertrauensvoller Führungsstil zur Unternehmenskultur, so steigen die Chancen, bei den Beschäftigten als attraktive Arbeitgebende zu punkten. Entscheidend ist, dass es gelingt, die generationsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Teams zu fördern. So geben Ältere z.B. ihr Erfahrungswissen weiter, während jüngere Kolleg*innen ihren Umgang mit der IT oder digitalen Medien vermitteln können. Spezielle Angebote für Seniors sind eine weitere Möglichkeit, sie länger im Betrieb zu halten. Durch körperlich weniger belastende Tätigkeiten oder Teilzeitmöglichkeiten können sich hier neue Spielräume ergeben.

Wie Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgebende steigern, Beschäftigte an Ihr Unternehmen binden und die Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken können, erfahren Sie in einer Erstberatung des BGF-Instituts. Wir unterstützen Sie gerne bei der altersgerechten Gestaltung von Aufgaben oder Arbeitsbereichen und beraten Sie, wie Sie transparent kommunizieren und einen wertschätzenden Umgang sowie einen gesunden Arbeits- und Lebensstil in Ihrem Unternehmen fördern.

Ihr Ansprechpartner:


Oliver Hasselmann
Referent Forschung & Entwicklung

Tel. 0221 27180-118
E-Mail: oliver.hasselmannaEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde

1 2020 Statistisches Bundesamt: Erwerbspersonenvorausberechnung 2020. erwerbspersonenvorausberechnung5124208209005.xlsx (live.com)

2 2021 IAB Kurzbericht 25/2021: Demografische Entwicklung lässt das Arbeitskräfteangebot stark schrumpfen. https://doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-25.pdf

Weitere Informationen finden Sie hier

BGF-Magazin 04/2022: Demografischer Wandel in Unternehmen
https://community.bgf-institut.de/pages/bgf-magazin

Prädemo – Kompetenz in der Demografieberatung;
https://www.offensive-mittelstand.de/index.php?id=262

ddn – Deutsches Demographie Netzwerk;
Startseite (demographie-netzwerk.de)

 

 

Mobbingtelefon der AOK Rheinland/Hamburg – neuer Jahresbericht 2022

Anrufende berichten, dass mehr als die Hälfte der Mobbinghandlungen von Vorgesetzten ausgingen. „Dass Sie heute hier angerufen haben, ist der erste, ganz wichtige Schritt in die richtige Richtung.“ In dieser oder ähnlicher Weise bestärken die Berater*innen des Mobbingtelefons der AOK Rheinland/Hamburg viele Anrufer*innen in ihrem Wunsch, für sich einzutreten und selbst aktiv zu werden. Umgekehrt bestätigen die Betroffenen immer wieder, wie dankbar sie für die Beratung sind und wie wichtig eine erste anonyme Anlaufstelle für sie ist.

Seit über 20 Jahren betreut das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH das Mobbingtelefon der AOK Rheinland/Hamburg. Jeden Dienstag zwischen 14:00 und 20:00 Uhr stehen unter der Nummer 0221 27180 200 oder 040 20 23 42 09 Psycholog*innen für eine kostenlose und anonyme Beratung rund um das Thema Mobbing zur Verfügung.

Die Auswertung der Anruf-Dokumentationsbögen aus dem Jahr 2021 liefert erneut aktuelle Hinweise zum Mobbinggeschehen in deutschen Unternehmen: die anonymisierten Daten geben u.a. Auskunft über häufige Mobbinghandlungen, betroffene und beteiligte Personen(gruppen), Maßnahmen zur Bewältigung und symptomatische Auswirkungen von Mobbing. Besonders alarmierend: der Anteil von Mobbinghandlungen durch Vorgesetzte war im Jahr 2021 mit 62,5% deutlich höher als in den beiden Vorjahren 2020 (38,3%) und 2019 (37,5%). Detaillierte Ergebnisse finden Sie im vollständigen Bericht.

Der Jahresbericht 2022 zeigt deutlich, dass man am Faktor Führungsverhalten nicht vorbeikommt, wenn es um das Thema Gesundheitsförderung in Unternehmen geht. Führungskräfte nehmen positiven oder negativen Einfluss auf ihre Mitarbeitenden, gestalten Arbeitsbedingungen und wirken sich auf die Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit aus. Und nicht zuletzt sind sie wichtige Vorbilder für das gesunde Arbeitsverhalten ihrer Beschäftigten.

Wenn auch Sie Ihre Führungskräfte dafür sensibilisieren möchten, welchen Einfluss sie auf die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden haben, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne zu den Themen gesundheitsgerechte Führung, Kommunikation und psychische Gefährdung am Arbeitsplatz.

 
Dr. Dario Zaremba
M.Sc. Psychologie
Berater Gesundheitsmanagement

Tel. 0221 27180-127
E-Mail: dario.zarembaaEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde