Ausgabe 4/2026
IN-Nachrichten
Zum Tag der Erde am 22. April schauen wir auf den Impact unserer Ernährung auf Klima und Umwelt. Wir zeigen Ihnen praxisnah und alltagstauglich, wie schon kleine Veränderungen Positives bewirken können.
Unser BGF-Monitor kann jetzt noch mehr! Wir haben unser bewährtes Befragungsinstrument überarbeitet und unterstützen Sie dabei, psychische Belastungen, aber auch wichtige Ressourcen in Ihrem Unternehmen sichtbar und messbar zu machen.
Außerdem sprechen wir in diesem Monat über Trauer am Arbeitsplatz. Dazu haben wir uns auch mit einem Unternehmen ausgetauscht, das an unserem Trauer-Seminar teilgenommen hat – wir teilen einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht. Für unseren nächsten Termin im Juni sind noch Plätze frei.
Ab sofort können Sie sich zum kostenlosen AOK-BGF-Onlineseminar „Reinigen, liefern & Co: Basisarbeit wertschätzen“ anmelden. Darin dreht sich alles um die oft „unsichtbare“ Arbeit der Basisarbeitenden sowie darum, wie Arbeitgeber Basisarbeitende gezielt unterstützen können.
Mit Messer und Gabel entscheiden, wie die Zukunft der Erde aussieht

Am 22. April ist Tag der Erde. Das diesjährige Motto lautet Our Power, Our Planet. Es ruft uns dazu auf, Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen und durch bewusstes Handeln und einen nachhaltigen Lebensstil aktiv zur Bewahrung der Erde beizutragen.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf unsere Teller, denn unsere Ernährung ist ein zentraler Einflussfaktor auf die Umwelt. Was wir essen – von der Art der Lebensmittel über die Herstellung bis hin zu Verarbeitung und Transport – hat direkte Auswirkungen auf unsere Umwelt.
In Deutschland ist die Ernährung für 20 % der Treibhausgasemission verantwortlich, dabei spielt insbesondere die Tierhaltung eine zentrale Rolle. Außerdem ist auch die intensive Nutzung von Landflächen sowie der hohe Wasserbedarf in der Lebensmittelproduktion ökologisch problematisch, denn häufig sind die Abholzung von Wäldern und der Verlust von Biodiversität die Folge. Eine nachhaltige Ernährung auf der Basis pflanzlicher Lebensmittel kann dazu beitragen, negative Auswirkungen der Lebensmittelproduktion zu reduzieren: Produkte tierischen Ursprungs spielen nur eine ergänzende Rolle, Obst und Gemüse aus biologischem, saisonalem und regionalem Anbau trägt darüber hinaus aktiv zum Klimaschutz bei.
Ein Beispiel: Eine Tomate im Winter (beheiztes Gewächshaus) aus Deutschland verursacht 2,9 kg CO₂ -Äquivalente1 pro kg Tomaten. Tomaten aus Südeuropa, die im Freiland angebaut wurden, haben eine CO₂ Emission von 0,4 kg pro kg Tomaten. Eine Tomate im Sommer aus Deutschland verursacht lediglich 0,3 kg CO₂-Äquivalente pro kg Tomate.
Saisonale und regionale Produkte haben nicht nur eine geringere CO₂-Emission, sondern reduzieren auch Transportwege und unterstützen die lokale Wirtschaft. Vor allem der Transport von Lebensmitteln per Flugzeug ist enorm klimaschädlich.
In Deutschland entstehen in privaten Haushalten jährlich etwa 75 kg Lebensmittelabfälle pro Kopf; dabei werden wertvolle Ressourcen verschwendet und unnötige Emissionen durch Müllentsorgung oder -verbrennung freigesetzt. Ein Drittel dieser Abfälle ist grundsätzlich vermeidbar. Lebensmittel landen in der Tonne, weil sie verschimmelt sind, nicht schmecken oder das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist. Das MHD ist jedoch kein Ablaufdatum: Eine Analyse des Lebensmittels (Geruch, Aussehen, Konsistenz) ist sinnvoll, denn sie trägt dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren – häufig sind Lebensmittel noch deutlich über das MHD hinaus bedenkenlos genießbar. Außerdem sollten wir daran denken, dass auch in Zeiten des Lebensmittelüberflusses (in der westlichen Welt) jeder 10. Mensch auf der Erde hungern muss. In vielen Ländern der Welt herrscht ein großer Mangel an Lebensmitteln – Extremwetterereignisse durch den Klimawandel, kriegerische Auseinandersetzungen in vielen Regionen der Erde sowie globale wirtschaftliche Konflikte verschärfen die Versorgungslage vieler Menschen.
Ein weiteres wachsendes Problem ist der Verpackungsmüll: In Deutschland fallen jährlich rund 72 kg Verpackungsmüll pro Kopf an, vor allem durch Papier und Plastik. Sowohl die Herstellung als auch die Entsorgung dieser Verpackungen belasten das Klima stark.
Eine Ernährung, die den Planeten schützt, gleichzeitig die Gesundheit der Menschen fördert und die Lebensmittelversorgung für jeden Menschen sicherstellt, ist die Planetary Health Diet (PHD). Sie basiert auf dem Prinzip, dass unsere Ernährung sowohl gesund als auch nachhaltig für die Erde sein muss. Die PHD empfiehlt eine pflanzenbasierte Ernährung, bei der der Konsum von tierischen Produkten stark reduziert wird. Stattdessen wird der Verzehr von Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und Nüssen betont. Diese Ernährungsform ist nicht nur gesundheitsförderlich, sondern auch ressourcenschonend, da sie weniger Land, Wasser und Energie benötigt als die Produktion tierischer Lebensmittel und einen geringeren Anteil an Treibhausgasen verursacht. Auch Saisonalität und Regionalität sind ein wichtiger Ansatz in der Planetary Health Diet.
Mit Messer und Gabel entscheiden wir nicht allein über die Zukunft der Erde. Aber wir können mitentscheiden. Jeden Tag und mehrmals am Tag. Kleine Entscheidungen können zusammen viel verändern, für unsere Gesundheit, für unsere Mitmenschen und auch für unsere Erde.
Besteck für den Alltag
- Eine pflanzenbasierte Mahlzeit pro Tag oder zwei bis drei Tage ohne tierische Produkte pro Woche: Reduzieren Sie den Fleischkonsum, indem Sie einen „Meatless Monday and Friday“ einführen oder täglich eine pflanzliche Mahlzeit einplanen.
- Mahlzeiten planen: Erstellen Sie einen Wochenplan für Ihre Mahlzeiten, um gezielt saisonale und regionale Produkte einzukaufen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
- Resteverwertung: Nutzen Sie Essensreste kreativ. Statt sie wegzuwerfen, können Reste in Suppen, Saucen oder Salaten verarbeitet werden. Reste von gekochtem Gemüse lassen sich auch gut in einem Smoothie verwenden.
- Saisonale und regionale Lebensmittel: Achten Sie beim Einkaufen auf Saisonkalender und bevorzugen Sie Produkte aus der Region, um Transportwege zu verkürzen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.
Unternehmen können ebenfalls zum Erhalt der Erde beitragen und das Bewusstsein der Mitarbeitenden für eine gesunde und nachhaltige Ernährung fördern. Hier sind einige praktische Ansätze:
- Veggie-Gerichte in der Kantine anbieten: Führen Sie regelmäßig pflanzliche Mahlzeiten in der Kantine ein, um den Mitarbeitenden eine einfache Möglichkeit zu geben, ihren Fleischkonsum zu reduzieren.
- Mitarbeitenden-Bewusstsein schärfen: Bieten Sie Workshops und Vorträge an, in denen es um Themen wie gesunde Ernährung, nachhaltigen Konsum und die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Umwelt geht. Beispiele: Eat for Future oder ein Workshop Mealprep.
- Pflanzliche Snacks: Stellen Sie in der Firmenküche oder bei Meetings gesunde, pflanzliche Snacks zur Verfügung, wie Nüsse, Obst oder vegane Riegel.
- Gesunde Ernährung als Benefit: Fördern Sie gesundes Essverhalten durch Programme wie subventionierte Obst- und Gemüsekörbe oder den „Veggie-Day“ in der Kantine.
- Nachhaltige Verpackungen: Stellen Sie sicher, dass in der Kantine und bei Events auf nachhaltige Verpackungen (z.B. aus Pappe oder Mehrwegbehälter) geachtet wird.
Gerne unterstützen wir Sie als BGF-Institut mit Angeboten wie dem Vortrag Eat for Future oder dem Workshop Mealprep, bei dem wir gemeinsam lernen, wie Mahlzeiten effektiv geplant und ohne Verschwendung zubereitet werden können. Bei unserem AOK-Aktionsstand Teller oder Tonne lernen Mitarbeitende den Unterschied zwischen dem MHD und dem Verbrauchsdatum, und auch, wie man ein Lebensmittel nach Ablauf des MHD bewerten kann, um Lebensmittelverschwendung einzudämmen.
Ihr Kontakt im BGF-Institut:

Tanja Lehnort
Diätassistentin EB/DGE
Beraterin Gesundheitsmanagement
Tel. +49 152 01566589
E-Mail: tanja.lehnortbgf-institutde
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit:
Lea Wippert
B.Sc. Ernährungswissenschaften
Werkstudentin Betriebliches Gesundheitsmanagement am BGF-Institut
E-Mail: lea.wippertbgf-institutde
1 CO₂-Äquivalente fassen die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase in einer einheitlichen Maßeinheit zusammen, basierend auf ihrem Beitrag zum Treibhauseffekt im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid
Quellen:
https://www.bzfe.de/kueche-und-alltag/essen/ernaehrung-und-klimaschutz
https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2022-03/vz-br-ernaehrung-klima-screen.pdf
https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Treibhausgas-Emissionen von Lebensmitteln-final_.pdf
Der BGF-Monitor: Neu geprüft und mit neuen Funktionen
Der BGF-Monitor, ein bewährtes Befragungsinstrument zur Erfassung der psychischen Belastung, wurde vor kurzem neu überprüft und kann jetzt noch mehr! Neu ist: Ein „Zeitvergleich“ macht es möglich, die Ergebnisse einer aktuellen mit denen einer vorherigen Befragung zu vergleichen.
Außerdem haben wir den BGF-Monitor um die sogenannte „Leuchtturmanalyse“ erweitert. Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, durch einen Vergleich mit der eigenen Branchengruppe die nächsten Handlungsfelder zu identifizieren.
Was ist eigentlich der BGF-Monitor?
Die Gesundheit von Beschäftigten ist wertvoll. Sie hat u.a. Einfluss auf den Unternehmenserfolg, denn motivierte, gesunde und zufriedene Beschäftigte sind im internationalen Wettbewerb ein wertvolles Gut, um am Markt bestehen zu können – insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
Doch wissen Sie, in welchen Bereichen Ihre Beschäftigte psychische Belastungen erleben? Und wo wichtige Ressourcen liegen?
Wir unterstützen Sie dabei, die Arbeitssituation aus Sicht Ihrer Beschäftigten schnell und effektiv zu erfassen - das gibt Ihnen Orientierung und hilft Ihnen, möglichen Optimierungsbedarf zu identifizieren.
Der BGF-Monitor ist ein validiertes Instrument zur Erfassung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Der Fragebogen umfasst 30 Fragen in 12 Kategorien. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt mit Hilfe einer repräsentativen Normstichprobe der deutschen Erwerbsbevölkerung (2.000 Personen). Damit ermöglicht der BGF-Monitor die Darstellung von Gesamt- und Gruppen-Ergebnissen. Dies ermöglicht auch eine Betrachtung von kleinen Teams im Unternehmen, um die Situation in spezifischen Tätigkeitsbereichen zu beleuchten.
Die Kategorien beruhen auf den von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA; 2022) definierten Gestaltungsbereichen, um Arbeitssituationen sinnvoll „erfassen“ zu können. Das zugrunde liegende Belastungs-Beanspruchungs-Modell geht davon aus, dass bei einer ungünstigen Gestaltung dieser Bereiche die Gefährdung durch Beanspruchungen steigt.
Allerdings wird es wohl in der Praxis kaum Tätigkeiten geben, die im Hinblick auf alle Kriterien optimal gestaltet werden können. Viele Tätigkeiten bringen per se Belastungen mit sich, die in der Praxis nur abgemildert, nicht jedoch vermieden werden können. Beispielsweise ist das Heben und Umlagern von Bewohnenden in der Pflege körperlich belastend; der Einsatz von Liftern etc. kann die Belastung für Pflegebeschäftigte jedoch reduzieren.
Ziel der Umfrage ist es, die Arbeitssituation zu analysieren, (psychische) Belastungen am Arbeitsplatz zu identifizieren und Hinweise auf Verbesserungspotenzial zu erhalten. Sie kann dadurch einen Beitrag zur psychischen Gefährdungsanalyse leisten. Die Formulierung „einen Beitrag leisten“ ist bewusst gewählt, weil die Gefährdungsbeurteilung ein Prozess ist, der nicht nur die Erfassung der Belastungen, sondern u.a. auch die Ableitung von konkreten Maßnahmen sowie deren Umsetzung und Evaluation umfasst.
Für den BGF-Monitor geschulte Psychologinnen und Psychologen des BGF-Instituts führen dafür in Zusammenarbeit mit einer Ansprechperson in Ihrem Unternehmen eine Befragung im Rahmen der psychischen Gefährdungsbeurteilung (GBU Psyche) durch. Diese dient als Übersichtsanalyse und sollte möglichst durch eine Detail-Analyse mit Hilfe unseres Produkts „Ideenwerkstätten“ ergänzt werden.
In jüngster Vergangenheit haben wir die Qualität des BGF-Monitors erneut überprüft. Hierfür wurden die Daten vergangener BGF-Monitor-Befragungen sowie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zurate gezogen. Das Ergebnis: Der BGF-Monitor besteht als zuverlässiges Befragungsmittel. Inhaltlich ist er weiterhin aktuell, die 12 Kategorien werden von den Daten gestützt und auch mit zufriedenstellender Genauigkeit von den Fragen gemessen.
Was hat sich am Monitor verändert?
Bestärkt durch die Erkenntnisse der neuen Qualitätsüberprüfung haben wir den Monitor um die folgenden zwei Auswertungsmöglichkeiten erweitert:
Der „Zeitvergleich“
Die Gefährdungsbeurteilung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess. Vergangene Maßnahmen wollen evaluiert werden, Verbesserungserfolge und nötige Nachjustierungen identifiziert werden. Ebenso können nach einigen Jahren neue Belastungen auftreten. Bisher war der BGF-Monitor nicht darauf ausgelegt, einen direkten Vergleich zwischen verschiedenen Erhebungszeitpunkten darzustellen. So musste man vergangene und aktuelle Ergebnisse aufwändig nebeneinanderlegen, um herauszufinden, ob - und wenn ja, wie - sich die Ergebnisse verändert haben.
Und genau hier kommt der neue Zeitvergleich ins Spiel. Er stellt die durchschnittliche Belastung innerhalb eines Unternehmens zu zwei verschiedenen Erhebungszeitpunkten dar. Darüber hinaus werden statistisch bedeutsame Unterschiede zwischen den Zeitpunkten markiert. So können aktuelle und vergangene Angaben direkt gegenübergestellt werden.
Der Zeitvergleich bildet insofern eine Ergänzung zum bisherigen BGF-Monitor, da er es ermöglicht, Entwicklungstrends der verschiedenen Belastungskategorien für das Gesamtunternehmen direkt zu visualisieren. Für Detailanalysen eignet sich weiterhin der reguläre Monitor mit Ideenwerkstätten oder Arbeitssituationsanalysen (ASA).
Der Zeitvergleich bildet, anders als der reguläre BGF-Monitor, Berechnungen mit Durchschnittswerten ab und keine Rangwerte. Deswegen sind hier Vergleiche auf der Ebene von Kleingruppen nicht möglich. Durchschnittswerte benötigen eine deutlich größere Gruppengröße, um die Anonymität der einzelnen Mitarbeitenden sowie zuverlässige statistische Aussagen zu gewährleisten. Aus diesem Grund benötigt das Unternehmen für einen Zeitvergleich mindestens 100 Teilnehmende in der Gesamtgruppe, um zuverlässige Ergebnisse erhalten zu können.
Die „Leuchtturm-Analyse“
Der BGF-Monitor stellt die Belastungsangaben im Verhältnis zur den durchschnittlichen Belastungswerten der deutschen Erwerbsbevölkerung dar.
Aus Unternehmenssicht können hier Fragen aufkommen wie „…Wie viel ist in einer bestimmten Belastungskategorie tatsächlich für mein Unternehmen erreichbar? Wie weit ist mein Unternehmen von optimalen Ergebnissen entfernt? Und mit wie viel Aufwand müssen wir rechnen, um die gewünschte Veränderung zu erreichen?“
Gleichzeitig können die insgesamt 12 Kategorien des BGF-Monitors auch überfordern: „Woher soll man wissen, welche man als erste angehen sollte? Welche ist am dringendsten und in welchem Bereich kann man am schnellsten positive Veränderungen erzielen? Oder wo ist mein Unternehmen vielleicht schon ziemlich gut dabei?“
Die Leuchtturm-Analyse kann bei diesen Fragen helfen. Auf Basis der bisher durchgeführten BGF-Monitore mit mehr als 36.000 Personen und über 250 Unternehmen werden Branchengruppen gebildet. Mit diesen Branchengruppen können die eigenen Unternehmenswerte besser eingeordnet werden.
Anschließend werden drei Kriterien angewendet, die dabei helfen zu entscheiden, was die nächsten Schritte sein können:
- Das unternehmensspezifische Verbesserungspotential (Wie viel Veränderung ist erreichbar?)
- Die branchenspezifische Schwierigkeit der BGF-Monitor-Kategorie (Wie viel Aufwand ist dafür notwendig?)
- Der Leuchtturm (LT) (bisheriger Bestwert in der Kategorie und Branche
Auch die Leuchtturm-Analyse basiert auf den Durchschnittswerten der Branchengruppen und des Gesamtunternehmens. Deswegen beschränkt sich die Betrachtung - wie auch beim Zeitvergleich - auf die unternehmensweiten Gruppen. Die Analyse soll dabei helfen, die übergeordneten Ziele anzuvisieren. Die LT-Analyse ist also ebenfalls eine Ergänzung zum regulären BGF-Monitor in Verbindung mit den Ideenwerkstätten. Mit ihnen gilt es herauszufinden, wie genau die Veränderungen bei den Kleingruppen am besten umzusetzen sind.
Auf einen Blick:
Der BGF- Monitor erfasst mit 30 Fragen in 12 Kategorien die psychische Belastung der Belegschaft. Dafür kann er unter anderem im Rahmen der psychischen Gefährdungsbeurteilung (GBU) verwendet werden. Die neueste Prüfung seiner Qualität zeigte gute Ergebnisse. Dadurch bestärkt wurden die Erweiterungen „Zeitvergleich“ und „Leuchtturmanalyse“ auf den Weg gebracht.
Wer zwischen zwei Erhebungszeitpunkten vergleichen möchte, mehr Orientierung für die nächsten Schritte benötigt oder die Ergebnisse im Kontext seiner Branchengruppe beurteilen möchte, hat mit unserem BGF-Monitor nun neue Möglichkeiten dafür.
Beide Erweiterungen betrachten wir als Serviceleistung unseres bisherigen BGF-Monitors. Sie kommen also ohne Aufpreis dazu. Neugierig geworden?
Dann melden Sie sich gerne bei uns!
Maximilian Nathan
Werkstudent Gesundheitsberichterstattung
E-Mail: maximilian.nathanbgf-institutde
Willy Habicht
M.Sc. Psychologie
Berater Gesundheitsmanagement
Tel. +49 172 5159113
E-Mail: willy.habichtbgf-institutde
Trauer am Arbeitsplatz
Eine Herausforderung für Führungskräfte und Mitarbeitende

Es ist ein trauriger Tag im Unternehmen: Ein junger Mitarbeiter, geschätzt und respektiert von Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten, ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer im ganzen Haus. Die Reaktionen sind unterschiedlich und sehr individuell: Manche brechen in Tränen aus, andere ziehen sich zurück, während einige versuchen, einfach normal weiterzuarbeiten, als wäre nichts geschehen. Traurigkeit mischt sich mit Verwirrung, Schock und Unverständnis. Einige Wochen später stirbt die Partnerin eines Mitarbeiters aus der Buchhaltung nach langer Krankheit. Der Kollege ist am Boden zerstört und kann nicht mehr arbeiten. Einige Vorgesetzte zeigen Mitgefühl und bieten ihre Hilfe an, während andere sich unwohl fühlen und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.
Trauer gehört zum Leben dazu – und somit auch zur Arbeitswelt. Im beruflichen Umfeld kann es jederzeit zu Situationen kommen, in denen Mitarbeitende und deren Führungskräfte mit Trauer konfrontiert werden – und oft sind sie darauf nicht ausreichend vorbereitet.
Die Folgen von Trauer am Arbeitsplatz können vielfältig sein. Mitarbeitende können durch Trauer emotional und körperlich stark belastet sein, sie haben Schwierigkeiten, sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren oder fühlen sich vorübergehend von ihrer Tätigkeit überfordert. Die Trauer lenkt sie möglicherweise von ihren Aufgaben ab, sie können sich schlecht konzentrieren und fühlen sich energielos, ineffektiv und unproduktiv.
Die Trauer einer Kollegin, eines Kollegen, oder gar eines ganzen Teams kann das Arbeitsklima im Unternehmen stark beeinflussen. Es kann zu Missverständnissen und Spannungen zwischen den Teammitgliedern kommen, wenn diese nicht wissen, wie sie angemessen mit einer Trauersituation umgehen sollen. In der Folge leiden nicht nur die einzelnen Menschen, auch der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens kann beeinträchtigt werden.
Führungskräfte sollten sich daher präventiv mit dem Thema Trauer am Arbeitsplatz auseinandersetzen. Eine mitfühlende und verständnisvolle Reaktion auf Trauernde zeigt den Mitarbeitenden, dass die Führungsebene ihre menschlichen Bedürfnisse und Herausforderungen ernst nimmt - dies fördert ein positives Arbeitsklima und stärkt die Bindung an das Unternehmen.
Wenn Trauernde angemessene Unterstützung erhalten, sind sie eher in der Lage, ihre Arbeitsfähigkeit wiederzuerlangen. Individuelle Lösungen wie flexible Arbeitszeiten oder eine vorübergehende Anpassung des Arbeitspensums können dazu beitragen, die Rückkehr zur normalen Arbeitsleistung zu erleichtern. Indem Führungskräfte sich der Trauersituation bewusst sind und geeignete Unterstützung anbieten, minimieren sie das Risiko von Konflikten im Team und beugen psychischen Belastungen vor. Ein mitfühlender Umgang mit Trauer am Arbeitsplatz trägt so zum positiven Image des Betriebs bei, denn Beschäftigte, die sich verstanden und unterstützt fühlen, repräsentieren das Unternehmen positiv und erwägen seltener, den Job zu wechseln.
Insgesamt ist der Umgang mit Trauer am Arbeitsplatz eine anspruchsvolle Aufgabe. Führungskräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn sie haben es in der Hand, ein unterstützendes Umfeld zu gestalten, in dem Mitarbeitende ihre Trauer bewältigen können. Führungskräfte tragen entscheidend dazu bei, eine offene Gesprächsatmosphäre zu etablieren, Wissen rund um das Thema Trauer zugänglich zu machen sowie Richtlinien und Verhaltensempfehlungen für verschiedene Trauerkonstellationen zu formulieren – all dies sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem einfühlsamen und produktiven Arbeitsumfeld, in dem Beschäftigte auch in schweren Zeiten gut aufgehoben sind.
Wir unterstützen Sie dabei, in Ihrem Unternehmen eine Kultur der Aufmerksamkeit und Unterstützung in Bezug auf Trauer am Arbeitsplatz zu schaffen. In unserem Seminar Trauer am Arbeitsplatz sensibilisieren wir die Teilnehmenden für das Thema und vermitteln ihnen Handlungskompetenzen.
Der nächste Seminar-Termin in den Räumen des BGF-Instituts in Köln:
Freitag, 12.06.2026 // 10:00-17:00 Uhr
Melden Sie sich gerne an.
Ihr Kontakt im BGF-Institut:

Willy Habicht
M.Sc. Psychologie
Berater Gesundheitsmanagement
Tel. +49 172 5159113
E-Mail: willy.habichtbgf-institutde
Trauer am Arbeitsplatz - ein Erfahrungsbericht
Wir haben mit Herrn André Dohr, Geschäftsführer der Firma Bönders Logistics, über das Seminar Trauer am Arbeitsplatz gesprochen:
Was war Ihre Motivation, das Seminar in Ihrem Unternehmen anzubieten?
“Wir haben in dem Jahr davor eine leitende Mitarbeiterin verloren, die bis dahin über 35 Jahre im Unternehmen tätig war. Ihr Tod hat viele Kolleginnen und Kollegen auch aus anderen Abteilungen und Standorten u.a. aufgrund der Betriebszugehörigkeit, aber auch durch die am Arbeitsplatz entstandenen Verbindungen und Freundschaften, massiv beschäftigt und belastet, so dass wir gemerkt haben, wir müssen hier etwas unternehmen, zumal wir zu diesem Zeitpunkt zwei weitere Mitarbeitende hatten, die sehr ernsthaft erkrankt waren, aber noch im aktiven Arbeitsleben standen.”
Was hat Ihnen / den Teilnehmenden an dem Seminar besonders gut gefallen?
“Die offene, herzliche und emphatische Art der beiden Referentinnen und dass trotz der traurigen Thematik auch viel gelacht werden konnte. Insbesondere hat uns gefallen, dass die Teilnehmenden konkrete und sowohl persönliche Hilfestellungen im Umgang sowohl mit der eigenen Trauer als auch mit der Trauer der Kolleginnen und Kollegen vermittelt werden konnten.”
Hat sich durch das Seminar in Ihrem Unternehmen etwas verändert und wenn ja was?
“Die Führungskräfte und auch die Geschäftsleitung, die ebenfalls an dem Seminar teilgenommen hat, fühlen sich heute viel besser in der Lage, mit solch einer Situation umzugehen. Da die beiden bereits erwähnten Mitarbeitenden dann auch verstorben sind, haben wir die gelernten Maßnahmen (leider) auch einige Zeit nach dem Seminar direkt anwenden können, was den Umgang im Unternehmen mit dem Verlust vereinfacht hat. Wir konnten damit wirklich viele Kolleginnen und Kollegen unterstützen, mit der Trauer umzugehen.
Abschließend können wir nur anraten, sich mit dem Thema Trauer am Arbeitsplatz zu beschäftigen, insbesondere wenn es sich bei einem Unternehmen – so wie bei uns - um ein familienfreundliches Unternehmen mit vielen Mitarbeitenden handelt, die teilweise bereits seit Jahrzehnten im Betrieb beschäftigt sind.”
AOK Online-Seminar
Reinigen, liefern & Co: Basisarbeit wertschätzen
12.05.2026 13:30 bis 15:00 Uhr
Rund 8 Mio. Menschen in Deutschland leisten Basisarbeit und führen Helfertätigkeiten aus. Sie sichern täglich zentrale Abläufe in Unternehmen und für die Gesellschaft. Sie übernehmen damit unverzichtbare Aufgaben und verdienen Respekt und Anerkennung. Rund 30 Prozent der AOK-versicherten Beschäftigten leisten Basisarbeit. In Unternehmen sind diese Arbeiten oft „unsichtbar“, erfahren wenig Wertschätzung und Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) erreichen Basisarbeitende nur selten. Betriebe können jedoch ihre Unternehmenskultur, das Führungsverhalten, interne Strukturen sowie Maßnahmen der BGF so ausrichten, dass auch Basisarbeitende davon profitieren.
Im Online-Seminar erfahren Sie, wie Sie Basisarbeitende unterstützen können. Es geht zunächst um Einblicke die Arbeitswirklichkeit der Basisarbeitenden, ihre spezifischen Belastungen und um Handlungsfelder, die Sie als Unternehmen angehen können.
Im Projekt ORBiT („Organisationaler Respekt und Basisarbeit in der Transformation“) wurden Instrumente für Arbeitgeber entwickelt, die die Arbeitswirklichkeit von Basisarbeitenden über eine mehrsprachiges QR-codebasierte Kurzbefragung (19 Fragen) sichtbar machen. Über aufbauende beteiligungsorientierte Ideenwerkstätten mit Basisarbeitenden und Workshops mit Führungskräften können Ergebnisse vertieft Lösungen erarbeitet werden. Dadurch können betriebsindividuell passgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation auf den Weg gebracht werden.
Zudem wird Beschäftigten und ihren Führungskräften ein neues digitales Infoportal für Basisarbeitende zur Verfügung gestellt, um Fragen rund um die Themen Gesundheit und Gesundheitsversorgung einfach zu beantworten.
Das Online-Seminar stellt diese frei verfügbaren Instrumente vor und zeigt, wie Unternehmen sie in der BGF-Praxis einsetzen können und wie die AOK bei der Anwendung unterstützen kann.
Folgende Fragen beantwortet das Online-Seminar:
- Was sind Basisarbeit und organisationaler Respekt?
- Wie wirkt sich Respekt auf Gesundheit und Wohlbefinden aus?
- Wie kann organisationaler Respekt gefördert werden?
- Wie lassen sich die ORBiT-Materialien in der betrieblichen Praxis einsetzen?
Referentinnen:

Dr. Birgit Schauerte
Dipl.-Sportwissenschaftlerin
Teamleiterin Forschung & Entwicklung
Tel. +49 170 5134938
E-Mail: birgit.schauertebgf-institutde

Katja Roth
M.A. Sportwissenschaften & Gesundheitsmanagement
Referentin Forschung & Entwicklung
Tel. +49 172 5378853
E-Mail: katja.rothbgf-institutde
Anmeldung:
Reinigen, liefern & Co: Basisarbeit wertschätzen | AOK-Arbeitgeberservice
Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei.
Die Beiträge der IN-Nachrichten wurden teilweise mit Unterstützung von KI erstellt.




