Ausgabe 3/2026
IN-Nachrichten
Der Frühling ist da und auch unsere neuen Arbeitsunfähigkeitsdaten. Zum ersten Mal seit Jahren war der Krankenstand 2025 im Rheinland leicht rückläufig – nur bei den psychischen Diagnosen gab es erneut einen Anstieg. Wir schauen auf Trends und Entwicklungen. Globale Krisen, politische Unsicherheit und rasante gesellschaftliche Entwicklungen stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Eine hohe Resilienz ist nötig, um mit ständigen Veränderungen zurecht zu kommen – wir gehen in diesem Monat der Frage nach: Was macht eigentlich ein Team resilient? Erste Hilfe für die Psyche – was ist das und wie kann man sie erlernen? Hören Sie rein in die neue Folge unseres Podcasts Fit4Work: Wir sprechen mit Dr. Simona Maltese von MHFA (Mental Health First Aid). Außerdem: Die Aufzeichnung des AOK-Onlineseminars „GenZ und Babyboomer“ ist online. Darin dreht sich alles darum, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener Generationen gelingt.
2025: Krankenstand im Rheinland leicht rückläufig - erstmals seit 2021
Von 2021 bis 2024 stieg der Krankenstand von Jahr zu Jahr an bzw. rangierte auf Rekordstand - 2025 scheint dieser Trend gestoppt: Erstmals ging der Wert im Rheinland leicht zurück und lag bei 7,01 Prozent (2024: 7,18%). Sowohl der Krankenstand bis zu sechs Wochen (Lohnfortzahlung) als auch der Langzeitkrankenstand nahmen im Vergleich zum Jahr 2024 leicht ab.
Im Vorjahr fehlten berufstätige AOK-Versicherte ihren Arbeitgebern krankheitsbedingt im Durchschnitt an 25,6 Kalendertagen (2024: 26,2 Kalendertage).

Für den Rückgang des Krankenstandes war u.a. eine deutliche Abnahme bei den Fehltagen durch Atemwegserkrankungen verantwortlich. Diese reduzierten sich im Vergleich zum Jahr 2024 um mehr als sechs Prozent. Auch bei fast allen weiteren Diagnosehauptgruppen war ein rückläufiger Trend bei den Arbeitsunfähigkeitsfällen (AU-Fällen) und den Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tagen) festzustellen. Lediglich die psychischen Diagnosen sind 2025 erneut angestiegen. Die AU-Tage durch seelische Leiden haben innerhalb der letzten 20 Jahre somit um fast 200 Prozent zugenommen.

Schaut man auf die Branchen, ging der Krankenstand in den meisten Branchen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Der geringste Krankenstand wurde 2025 mit 4,29 Prozent in der Branche Information und Kommunikation gemessen, dicht gefolgt vom Gastgewerbe (4,70 Prozent) sowie den sonstigen Dienstleistungen (4,81 Prozent). Letztere beziehen sich auf freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.
Deutlich höher lag der Krankenstand dagegen in körperlich anstrengenden und belastungsintensiven Berufen: Den höchsten Wert verzeichnete 2025 die Pflegebranche mit 9,13 Prozent, gefolgt von der Metallerzeugung (9,06 Prozent) und der Ver- und Entsorgungsbranche (8,78 Prozent).
Das BGF-Institut begleitet Unternehmen beim Aufbau eines nachhaltigen und passgenauen Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Mit Angeboten z.B. rund um gesunde Führung, Ergonomie, Resilienz, Stressmanagement oder ausgewogene Ernährung unterstützen wir Sie dabei, um die Gesundheit Ihrer Beschäftigten gezielt zu stärken.

Nils Torsten Krüger
Dipl.-Geograph
Referent Gesundheitsberichterstattung
Tel. +49 172 5391793
E-Mail: nils-torsten.kruegerbgf-institutde
Resilient im Team?
Ob politische Unsicherheit, seit vier Jahren Krieg in Osteuropa, eine schwächelnde Wirtschaft, Fachkräftemangel, KI oder Klimawandel – Krisen und rasante Veränderungen sind zum Dauerzustand geworden. Viele Unternehmen sehen ihrer Zukunft angespannt entgegen und versuchen, bestmögliche Antworten auf schwierige Fragen zu finden: Was erwartet uns in den nächsten Jahren? Wie können wir auf dem Markt bestehen und unsere Ziele erreichen, auch wenn der Nachwuchs fehlt? Und wie können unsere Mitarbeitenden langfristig gesund und leistungsfähig bleiben, wenn das Stresslevel dauerhaft so hoch ist?
Resilienz ist in aller Munde, wenn es um Gesundheit unter unsicheren oder belastenden Rahmenbedingungen geht. Die Herkunft des Begriffes Resilienz von lateinisch resilire „zurückspringen, abprallen, nicht anhaften“ zeichnet ein Bild von Stabilität und Flexibilität. Übertragen auf die Arbeitswelt geht es bei der Resilienz von Unternehmen und Organisationen um ihre Fähigkeit, widrige Umstände abzufedern und sich schnell und flexibel an Veränderungen anzupassen. Doch was macht ein resilientes Unternehmen aus? Neben der individuellen Resilienz der einzelnen Mitarbeitenden ist die Team-Resilienz einer der zentralen Bausteine für die Resilienz einer Organisation.
Was zeichnet ein resilientes Team aus?
Ein resilientes Team arbeitet auch in schwierigen Zeiten erfolgreich zusammen und bewältigt Krisensituationen, z.B. interne Umstrukturierungen, Arbeiten während der Pandemie, interne oder externe Konflikte, gemeinsam. Team-Resilienz ist ein dynamischer Prozess und entwickelt sich durch die Auseinandersetzung mit widrigen Umständen permanent weiter. Ein Team wird oder bleibt umso leistungsfähiger, je schneller und besser diese Bewältigung gelingt.
Dabei steht im Vordergrund, wie das Team mit Veränderungen umgeht und welche Haltung dabei eingenommen wird - sieht sich das Team eher als „Gestalter“ oder als „Opfer der Umstände“? Eine gestaltende Haltung zeichnet sich dadurch aus, dass sich das Team seiner Ressourcen bewusst ist und den Blick dadurch schnell auf die Lösungsfindung richtet. Gegenseitiger Respekt und Empathie sowie ein Fokus auf gemeinsame positive Emotionen - bei gleichzeitigem bewusstem Umgang auch mit negativen Emotionen - zeichnen ein widerstandsfähiges Team aus. In einem resilienten Team werden Fehler, Misserfolge und Konflikte besprochen und als Lernchancen im Sinne der Weiterentwicklung aufgefasst.
Wie kann die Resilienz im Team konkret gefördert werden?
Neben individuellen Ansätzen der Resilienzförderung, die auch auf ein Team übertragen werden können, geht es vor allem um folgende vier Faktoren (nach Heller, 2017):

Psychologische Sicherheit: „Wir fühlen uns sicher und geborgen im Team.“
Jedes Teammitglied fühlt sich in seinem Arbeitsumfeld nicht nur körperlich und materiell, sondern auch psychisch sicher. Das bedeutet, dass kein Teammitglied Befürchtungen oder Ängste hat, Ideen, Fragen und Fehler laut auszusprechen, da es selbstverständlich ist, dass keiner ausgelacht oder zurückgewiesen wird. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern ermöglicht persönliche Weiterentwicklung und führt dazu, dass Probleme früher erkannt und schneller angegangen werden. Langfristig fördert psychologische Sicherheit die Diversität im Team und senkt Fluktuation.
Verarbeitung kritischer Situationen: „Wir tauschen uns auf sachlicher und emotionaler Ebene regelmäßig aus.“
Dabei geht es um die zwischenmenschliche, emotionale Verarbeitung von belastenden Ereignissen oder Situationen mit großem Druck und über einen längeren Zeitraum. Alle Teammitglieder werden während und nach besonderen Belastungen umfassend über alle Aspekte der Situation informiert, so dass sowohl die Verarbeitung der Vergangenheit als auch die Vorbereitung auf zukünftige Krisen gefördert werden. Zudem ist eine emotionale Aufarbeitung der kritischen Situation wichtig, so dass neben dem sachlichen auch ein Austausch auf der Gefühlsebene stattfindet.
Umgang mit Unerwartetem: „Wir vertrauen auf unsere Stärken und finden gemeinsam eine Lösung.“
Es kommt auf die Zuversicht aller Teammitglieder an, dass das Team solche Situationen gut meistern kann - und auf das Bewusstsein der eigenen Team-Stärken, die in der Vergangenheit zur Bewältigung beigetragen haben. In schwierigen Situationen ist es für Teams zudem sinnvoll, gelassen zu bleiben und sich Zeit zu nehmen, um sich gedanklich auf die Umstände einzustellen und Veränderungen zu akzeptieren, auch mit den dazugehörigen negativen Gefühlen. Gegenseitige praktische und emotionale Unterstützung sowie möglicherweise eine spontane Änderung der Aufgabenverteilung und Arbeitsweise erleichtern den Umgang mit Unerwartetem.
Ganzheitliches Vorgehen und ganzheitliche Sicht: „Wir haben einen guten Überblick und berücksichtigen das große Ganze bei Entscheidungen.“
Resiliente Teams schaffen es auch in schwierigen Situationen, neben den Team-Interessen die Interessen anderer Organisationsbereiche und der ganzen Organisation im Blick zu behalten. Dies gelingt durch einen intensiven Austausch innerhalb und außerhalb des Teams. Unterschiedliche Perspektiven werden begrüßt, um einen umfassenden Eindruck der Situation zu gewinnen und somit verschiedene Lösungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Resiliente Teams berücksichtigen bei Entscheidungen das große Ganze und überprüfen bestehende Arbeitsprozesse regelmäßig.
Um diese Faktoren zu stärken, bietet das BGF-Institut verschiedene Maßnahmen an, z.B. Workshops zur Teamentwicklung, Seminare zum Umgang mit Konfliktsituationen oder Maßnahmen zur Positiven Psychologie, die einen ressourcen- und stärkenorientierten Ansatz haben.
Möchten Sie den Weg zu einem resilienteren Team gemeinsam mit dem BGF-Institut gehen? Dann sprechen Sie uns gerne an.

Christiane Bier
Dipl.-Psychologin
Beraterin Gesundheitsmanagement
Tel. +49 152 23207415
E-Mail: christiane.bierbgf-institutde
Quellen:
Huber, M. (2019). Resilienz im Team
Heller, J. (2017) https://juttaheller.de/resilienz/resilienz-abc/ (Zugriff 01.03.2026)
Podcast Fit4Work: Mental Health First Aid
In unserer neuesten Folge sprechen wir mit Dr. Simona Maltese von MHFA (Mental Health First Aid). Das Konzept der körperlichen Ersten Hilfe ist allgemein bekannt und etabliert – doch wie sieht es mit Erster Hilfe für die Psyche aus? Im Interview erklärt Simona, woher MHFA kommt.
Viele Menschen fühlen sich unsicher und sind überfordert, wenn sie merken, dass es jemanden in ihrem Umfeld psychisch schlecht geht. Wie kann man helfen? Im MHFA-Kurs werden die Teilnehmenden befähigt, mögliche erste Anzeichen zu erkennen und Psychische Erste Hilfe zu leisten. Dabei wichtig: So wie Ernsthelfende bei körperlichen Notfällen keine ausgebildeten Notärztinnen/-ärzte sind, müssen Personen, die bei „psychischen Wunden“ Erste Hilfe leisten, auch keine ausgebildeten Psychotherapeutinnen und -therapeuten sein.
Denn insbesondere am Arbeitsplatz lassen sich aufkommende psychische Gesundheitsprobleme frühzeitig durch den Einsatz von Ersthelfenden identifizieren.
Durch qualifizierte Erste Hilfe im Bereich psychischer Gesundheit können Betroffene unmittelbar angemessene Unterstützung erhalten.
Das BGF-Institut bietet interessierten Unternehmen diese Qualifizierung als Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung in Zusammenarbeit mit MHFA Ersthelfer an.
BGF GmbH :: Qualifizierung MHFA – Ersthelfer für psychische Gesundheit
AOK-Onlineseminar – Aufzeichnung Seminarvideo jetzt online
GenZ und Babyboomer: So gelingt die Zusammenarbeit
Viele Führungskräfte erleben täglich Spannungen aufgrund heterogener Teams. Wie tickt welche Generation und was gilt es zu beachten?
Das AOK-Onlineseminar zeigt, welche Faktoren für die Zusammenarbeit von Menschen verschiedenen Alters entscheidend sind. Sie erhalten direkt umsetzbare Werkzeuge für Ihr Team und erfahren in Praxisbeispielen, wie es in anderen Unternehmen gelingt.
Die Beiträge der IN-Nachrichten wurden teilweise mit Unterstützung von KI erstellt.



