Ausgabe 5/2026
IN-Nachrichten
Wissen Sie, wie resilient Ihr Unternehmen ist? Beim kostenlosen Resilienz-Forum "Mental stark durch die Krise!" der AOK Rheinland/Hamburg und des BGF-Instituts erhalten Sie wertvolle Impulse und praxisnahe Anregungen, wie sie die Resilienz Ihrer Organisation stärken können. Und wie kann ich es in psychischen Belastungssituationen schaffen, einen klaren Blick für das Hier und Jetzt zu bewahren und mich nicht von Stress und negativen Gedanken überwältigen zu lassen? Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie zeigt hier einen spannenden Ansatz. Außerdem in diesem Monat: Entspannte Pausen am Arbeitsplatz. Durchatmen und neue Kraft tanken mit den neuen Entspannungsvideos der AOK Rheinland/Hamburg.
Resilienz-Forum "Mental stark durch die Krise!"
Fachkräftemangel, Arbeitsverdichtung, wirtschaftlicher Druck und die Folgen des digitalen Wandels stellen viele Unternehmen aktuell vor große Herausforderungen. Gleichzeitig steigen in vielen Betrieben die psychischen Belastungen. Wer sich als Organisation heute nicht mit Resilienz beschäftigt, riskiert, den Anschluss zu verlieren. Denn Resilienz ist längst kein weiches Thema mehr, sondern ein echter Wettbewerbsfaktor.
Dabei geht es nicht nur um die individuelle Widerstandskraft einzelner Beschäftigter. Entscheidend ist auch die Frage, wie gut eine Organisation insgesamt mit Veränderungen, Unsicherheit und Belastung umgehen kann.
Machen Sie den Selbstcheck: Wie resilient ist Ihre Organisation aktuell?
Fragen Sie sich:
- Verändern sich Anforderungen, Prioritäten oder Prozesse bei uns häufig, ohne dass immer ausreichend Orientierung gegeben ist?
- Haben Führungskräfte und Teams aktuell wenig Zeit, Belastungen oder Unsicherheiten offen anzusprechen?
- Nehmen wir vermehrt psychische Belastung, Erschöpfung oder Gereiztheit im Arbeitsalltag wahr?
- Haben wir den Eindruck, dass Zusammenarbeit unter Druck eher schwieriger als besser wird?
- Fehlen uns klare Strukturen, wie wir mit Krisen, Veränderungen oder hoher Arbeitsverdichtung umgehen?
- Wissen wir noch nicht genau, wie wir Resilienz in unserer Organisation konkret stärken können?
Wenn Sie mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Resilienz Ihrer Organisation.
Genau hier setzt das Resilienz-Forum „Mental stark durch die Krise!“ der AOK Rheinland/Hamburg und des BGF-Instituts an. Das kostenfreie Format richtet sich an Geschäftsführungen, Personalverantwortliche, BGM-Verantwortliche und Führungskräfte – also an alle, die Organisationen zukunftsfähig aufstellen und Mitarbeitende wirksam unterstützen wollen.
In einem dreistündigen Präsenzformat erhalten Unternehmen fachliche Impulse und praxisnahe Anregungen, wie sie Ihre organisationale Resilienz stärken können. Im Fokus stehen resilienzfördernde Strukturen, die Rolle von Führung, Kommunikation und Kultur sowie psychologische Sicherheit im Team. Ergänzt wird das Forum durch die interaktive Ausstellung „Achtsamkeit erleben“, die praktische Impulse für den Arbeitsalltag vermittelt. So verbindet das Forum strategische Perspektiven mit direkt nutzbaren Ideen für den betrieblichen Alltag. Ein besonderer Mehrwert liegt zudem im Austausch mit anderen Unternehmen aus der Region: Erfahrungen teilen, voneinander lernen und neue Perspektiven für den eigenen Betrieb gewinnen.
Die Resilienzforen finden im Juni und Juli 2026 als kostenfreie Veranstaltungen statt – auch in Ihrer Nähe. Kommen Sie mit Unternehmen aus Ihrer Region ins Gespräch, vernetzen Sie sich und nehmen Sie neue Ideen für eine resiliente Arbeitswelt mit.
Jetzt anmelden und Impulse, Austausch und neue Perspektiven für eine resiliente Arbeitswelt mitnehmen: Resilienz-Forum | AOK-Arbeitgeberservice
Wer das Thema Resilienz in seinem Unternehmen weiter vertiefen möchte, kann gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg und dem BGF-Institut den nächsten Schritt auf dieser Gesundheitsreise hin zur resilienten Organisation gehen. Wir unterstützen Sie bei der Analyse psychischer Belastungspotenziale und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für Ihr Unternehmen – auf individueller, Team- und Führungsebene. Sprechen Sie uns gerne an und erfahren Sie, wie Sie mit unserer Unterstützung eine nachhaltige Verbesserung der psychischen Gesundheit in Ihrem Betrieb erreichen können.

Dr. Dario Zaremba
M.Sc. Psychologie
Teamleiter Gesundheitsmanagement
Tel. +49 152 52007153
E-Mail: dario.zarembabgf-institutde
Akzeptanz- und Commitment-Therapie
Akzeptanz statt Kampf – psychisch flexibel in Beruf und Privatleben
Der Chef schreibt eine kritische Mail zu Ihrer Arbeit von letzter Woche, Ihre Aufgaben stapeln sich bis zur Decke und Sie haben sich schon wieder mit ihrem Partner/Ihrer Partnerin gestritten. Sie fühlen sich unter Druck, gereizt und können kaum klar denken. Egal, ob als Familienmitglied, Mitarbeiter/-in, Führungskraft oder in Freundschaften – diese oder ähnliche Situationen kommen bei fast allen Menschen im Alltag vor und bringen belastende Gedanken und Gefühle mit sich. Dauern hohe psychische Belastungssituationen über einen längeren Zeitraum an, können diese Ängste und Depressionen zur Folge haben.
Weil solche Stresssituationen bedrohlich wirken und unangenehm sind, wehrt man sich häufig instinktiv gegen sie, es kommt zu einem inneren Kampf gegen die Belastungen. Doch dieser kann schwierig und kräftezehrend sein. Wie kann ich es schaffen, mich davon nicht überwältigen zu lassen und einen klaren Blick für das Hier und Jetzt sowie meine Aufgaben zu behalten?
Eine Idee dazu bietet die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), die in den 1980er Jahren von Steven C. Hayes begründet wurde. Sie schlägt vor: Versuchen Sie nicht, Ihre Gedanken zu bekämpfen, sondern akzeptieren Sie diese einfach! Das kann auf den ersten Blick seltsam wirken. Soll ich es jetzt gut finden, dass meine Kolleginnen oder Kollegen ihren Job nicht machen und ich das Gefühl habe, dass alles an mir hängen bleibt? Oder einfach ignorieren, dass meine Arbeit, in die ich Zeit und Mühe gesteckt habe, nicht wertgeschätzt wird? Nein! Denn in diesem Psychotherapieverfahren geht es nicht darum, Probleme und daraus entstehende Symptome zu leugnen oder verschwinden zu lassen. Die Idee ist, trotz belastender Gedanken und Gefühle ein angepasstes und werteorientiertes Leben zu führen.
Man kann sich das bildlich wie eine chinesische Fingerfalle vorstellen: Wenn ich panisch und angestrengt versuche, meine Finger aus der Falle zu ziehen, wird sie mich fest im Griff haben. Genauso verhält es sich in der ACT mit belastenden Gedanken. Sie wirken wie eine Falle, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt. Wenn ich aber ruhig bleibe, loslasse und meine Situation bewusst wahrnehme und akzeptiere, werde ich meine Finger - und genauso meine Gedanken - mühelos aus der Falle befreien können.
Und auf die Arbeitswelt übertragen könnte das zum Beispiel bedeuten: „Ja, ich fühle mich gestresst und unter Druck gesetzt, weil mein Chef schon wieder meine Arbeit kritisiert. Aber ich bin in der Lage, diese Gefühle zu akzeptieren und lasse mich davon nicht aus der Ruhe bringen. Dadurch kann ich mich auf meine aktuellen Aufgaben konzentrieren und behalte im Blick, was mir wirklich wichtig ist.“
Psychische Flexibilität in der ACT
Die Stärkung der psychischen Flexibilität ist der wichtigste Wirkmechanismus in der ACT. Je stärker meine psychische Flexibilität ist, desto weniger schränken meine Gedanken und Gefühle mein Handeln ein. Psychische Flexibilität wird in der ACT als ein Zusammenspiel von sechs grundlegenden Fähigkeiten beschrieben. Diese Fähigkeiten werden in der Therapie trainiert und gestärkt und können dann von den Patientinnen und Patienten im (Berufs-)alltag genutzt werden. Wenn also beispielweise der Chef eine kritische Mail schreibt, gibt es sechs Fähigkeiten, die zusammen die psychische Flexibilität abbilden:
- Akzeptanz: Aktuelle Gedanken und Gefühle werden offen angenommen anstatt sie zu unterdrücken:
Ich fühle mich durch die kritische Mail von meinem Chef gestresst und beschämt. Das ist okay! - Achtsamkeit/Gewahrsein des gegenwärtigen Augenblickes: Bewusste, aufmerksame, nicht-wertende Wahrnehmung des aktuellen Moments:
Ich sitze vor dem Laptop und lese die Mail, mein Körper ist angespannt und meine Atmung ist schneller als gewöhnlich. - Von Gedanken Abstand nehmen: Sich von Gedanken lösen und diese als vorübergehende mentale Ereignisse begreifen. Diese Fähigkeit wird auch als „Kognitive Defusion“ bezeichnet:
Mein Chef denkt bestimmt, dass ich inkompetent bin. Das ist jetzt gerade ein Gedanke - muss aber keine Tatsache sein. - Selbst-als-Kontext: Sich selbst als Kontext (z.B. als Beobachter/-in) von Gedanken, nicht als Inhalt der Gedanken verstehen.
Ich bemerke, dass ich den Gedanken habe, dass mein Chef mich für inkompetent hält. - Werte: Erarbeitung von Zielen und Überzeugungen, nach denen sich das Handeln richtet:
Mir ist wichtig, dass ich professionell arbeite und mich weiterentwickle. - Engagiertes Handeln/Commitment: Erarbeitete Werte im eigenen Handeln umsetzen:
Ich bedanke mich für das Feedback, antworte sachlich und konstruktiv und überlege, wie ich meine Arbeit verbessern kann.
Diese Fähigkeiten spielen nicht nur im beruflichen Alltag eine Rolle. Auch bei Belastungen im Privatleben hilft eine starke psychische Flexibilität, mit diesen besser umzugehen. Es lohnt sich also, bewusste Übungen zur Stärkung dieser Fähigkeiten in den Alltag einzubauen.
Wie kann ich die ACT in mein Leben integrieren?
Über 1000 Studien belegen die Wirksamkeit der ACT zur Behandlung vielzähliger Störungen in der klinischen Praxis. Die ACT ist jedoch auch außerhalb der Psychotherapie relevant und anwendbar. Es gibt viele mentale Übungen, die die psychische Flexibilität und/oder Achtsamkeit stärken sollen und im alltäglichen Leben einfach durchzuführen sind. Hier eine kleine Auswahl:
Blätter auf dem Strom: Setzen Sie sich gemütlich hin, schließen Sie die Augen und stellen Sie sich eine Landschaft mit einem langsam fließenden Strom vor. Achten Sie bewusst auf Ihre Gedanken. Wenn ein Gedanke aufkommt, platzieren Sie diesen gedanklich auf einem Blatt und lassen Sie ihn auf dem Strom wegtreiben, unabhängig davon, ob der Gedanke positiv oder negativ ist. Machen Sie dies für jeden weiteren Gedanken, der aufkommt und platzieren Sie dabei jeden Gedanken auf einem eigenen Blatt. Dadurch übt man, sich von Gedanken zu lösen.
5-4-3-2-1 Methode: Achten Sie bewusst auf sich selbst und Ihre Umwelt und benennen Sie 5 Dinge, die Sie jetzt gerade sehen können, 4 Dinge, die Sie berühren können, 3 Dinge, die Sie hören können, 2 Dinge, die Sie riechen können und 1 Ding, das Sie schmecken können (wenn Sie aktuell nichts schmecken können, achten Sie alternativ auf ihre Atmung). Diese Übung fördert Achtsamkeit in einem bestimmten Moment.
Gib deinem Verstand einen Namen: Geben Sie Ihrem Verstand einen Namen, betrachten Sie ihn als eigenständige Figur und stellen Sie sich Ihm vor. Der Name kann etwas wie „Denkmaschine“ sein oder „Peter“ oder auch „Herr Verstand“. Wenn Ihr Verstand Ihnen etwas sagt, können Sie ihm, so als wenn Sie mit einer anderen Person sprechen würden, zustimmen oder widersprechen oder eine Diskussion vermeiden. Auch hier wird die Fähigkeit gefördert, sich von belastenden Gedanken zu lösen.
Das BGF-Institut unterstützt Sie mit Gesundheit & Führung oder Angeboten rund um die Themen Positive Psychologie, Achtsamkeit, Stressmanagement oder Resilienz dabei, die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken.
Sprechen Sie uns gerne an:
Luca Friedrichs
Praktikant Prävention & Veranstaltungen im BGF-Institut
Willy Habicht
M.Sc. Psychologie
Berater Gesundheitsmanagement
Tel. +49 172 5159113
E-Mail: willy.habichtbgf-institutde
Quellen:
Arbeitsblätter und Übungen für Sie und Euch. ACT Mindful. https://www.act-mindful.space/abs/
Free Practical Audio Exercises. Association for Contextual Behavioral Science. https://contextualscience.org/free_practical_audio_exercises
Gloster, A., Waadt, M. (2019, 27.03.) Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Dorsch Lexikon der Psychologie. https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/akzeptanz-und-commitment-therapie-act
Hayes, S.C. Tools. Steven C. Hayes, PhD. https://stevenchayes.com/tools/
Hayes, S.C., King, G.A. (2024). Acceptance and commitment therapy: What the history of ACT and the first 1,000 randomized controlled trials reveal. Journal of Contextual Behavioral Science, 33. https://doi.org/10.1016/j.jcbs.2024.100809
Simsion, D.D., Caruana, E., Morris, E.M.J. (2025). Acceptance and Commitment Therapy: Current State of the Literature and Future Directions. In: Wen Li, W., Griffith, G.M., Shapiro, S., Zhu, Z. (eds), The Palgrave Handbook of Third-Wave Psychotherapies. Palgrave Macmillan, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-032-00353-9_7
Waadt, M. ACT in der Theorie. Akzeptanz- und Commitment-Therapie. https://akzeptanz-commitment-therapie.de/act-theorie.html
Weitere deutschsprachige Übungen zur Stärkung der psychischen Flexibilität finden Sie hier.
Einige englischsprachige, angeleitete Audio-Übungen von der Association for Contextual Behavioral Science finden Sie hier.
Hayes selbst stellt hier weitere englischsprachige Übungen zu allen Fähigkeiten der psychischen Flexibilität zur Verfügung.
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Die Beiträge der IN-Nachrichten wurden teilweise mit Unterstützung von KI erstellt.


