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KomRüBer

Ein praxisorientierter Weg zu mehr Bewegung im Betrieb

Relevanz des Projekts:

Trotz des gestiegenen Interesses an Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten, vor allem seit dem Präventionsstärkungsgesetz 2016, gibt es nach wie vor eine Lücke in der Gesundheitsversorgung hinsichtlich geeigneter Zugangswege und der Wirksamkeit bewegungsbezogener Angebote.

Ein wichtiger Hebel zur Förderung von Bewegung und Gesundheit ist die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), die 2019 mit 240 Millionen Euro rund 38% der Präventionsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ausmachte. Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gestaltet sich die Umsetzung von Bewegungsförderung jedoch schwierig, da diese häufig über geringe finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen verfügen. Obwohl rund 96% der Unternehmen in Deutschland weniger als 50 Mitarbeitende beschäftigen, bieten nur etwa 24% dieser kleinen Unternehmen Gesundheitsförderungsprogramme an.

Ziel des Projekts:

Hier setzt das KomRüBer-Projekt an, das eine innovative Lösung für diese Herausforderung bietet. Im Zentrum dieses Projekts steht die Idee, Bewegungsförderung nicht nur im einzelnen Betrieb, sondern auch in einem überbetrieblichen Netzwerk anzubieten – durch die Bildung sogenannter Bewegungsnachbarschaften. Dabei werden mehrere Unternehmen in einem Netzwerk zusammengebracht, um gemeinsam BGF-Maßnahmen umzusetzen und von den Ressourcen und Kompetenzen regionaler Partner zu profitieren. Besonders Klein- und Kleinstunternehmen profitieren von der flexiblen und gleichzeitig passgenauen Herangehensweise, die in Kooperation mit kommunalen und regionalen Akteuren vor Ort umgesetzt wird. Das KomRüBer-Projekt trägt dazu bei, nicht nur Bewegungsangebote zu etablieren, sondern auch eine langfristige, gesundheitsförderliche Unternehmenskultur zu schaffen. Die Einbindung in das Netzwerk schafft nicht nur gesundheitliche Vorteile für die Mitarbeitenden, sondern stärkt auch den sozialen Zusammenhalt und fördert den Austausch zwischen Unternehmen.

Nutzen für Unternehmen und BGM-Verantwortliche:

Das Projekt verfolgt einen praxisorientierten Ansatz und bietet Unternehmen sowie Verantwortlichen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) wertvolle Werkzeuge, die im Alltag direkt anwendbar sind. Besonders hervorzuheben ist der Leitfaden „Überbetriebliche Bewegungsförderung“, der konkrete Handlungsempfehlungen zur Konzeption, Umsetzung und Evaluation von Bewegungsnachbarschaften bietet. Der Leitfaden erleichtert Unternehmen den Einstieg und die langfristige Etablierung solcher Netzwerke.

Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass der Erfolg des Projekts auch in der richtigen personellen Betreuung liegt. Ein Bewegungsnachbarschaftsmanager oder eine -managerin spielt eine zentrale Rolle, um die Nachhaltigkeit und Akzeptanz der Maßnahmen sicherzustellen. Dieses Tätigkeitsprofil wurde im Rahmen des Projekts konkretisiert. Ergänzend dazu wurde ein Curriculum für eine Multiplikatorenschulung konzipiert, um potenziellen Managern von Bewegungsnachbarschaften das nötige Wissen zu vermitteln, um solche Netzwerke langfristig aufzubauen und zu pflegen.

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Entwicklung eines digitalen Tools zur Sozialen Netzwerkanalyse. Dieses Tool ermöglicht es den Verantwortlichen, die Strukturen und Dynamiken im Netzwerk zu beobachten und gegebenenfalls anzupassen. Besonders im Hinblick auf die Corona-Pandemie, die eine große Herausforderung für das Projekt darstellte, erwiesen sich digitale Angebote als wertvolle Ergänzung und Erweiterung des Konzeptes.

Hilfreiche Links zur Umsetzung in der BGM-Praxis, damit auch Ihr Unternehmen von einer überbetrieblichen Bewegungsnachbarschaft profitieren kann:

Abschlussbericht - Förderschwerpunkt Bewegung und Bewegungsförderung

Leitfaden „Überbetriebliche Bewegungsförderung“

  • Der Bewegungsnachbarschaftsmanager/-managerin ab Seite 7 
  • Angebote und Qualitätsmerkmale ab Seite 21
  • Kommunikationsstrategie ab Seite 24 
  • Die Soziale Netzwerkanalyse ab Seite 30

Rahmendaten auf einen Blick:

Titel des Vorhabens: Konzept, Umsetzung und Evaluation einer überbetrieblichen Bewegungsnachbarschaft unter Nutzung kommunaler und regionaler Strukturen

Laufzeit: 06/2019 bis 05/2022

Förderer: BMG

Projektleitung: Prof. Dr. Andrea Schaller

Ausführende Einrichtung: Deutsche Sporthochschule Köln

Projektpartner:
Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH
IQIB – Institut für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung gGmbH

Pilotnetzwerk: Technologiepark in NRW, in dem rund 90 Unternehmen unterschiedlicher Größe und verschiedener Branchen angesiedelt sind 

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Ansprechpartnerinnen

Dr. Carina Hoffmann

M.A. Rehabilitation und Gesundheitsmanagement
Referentin Forschung & Entwicklung

Tel.: +49 173 1853497

Dr. Birgit Schauerte

Dipl.-Sportwissenschaftlerin,
Teamleiterin Forschung & Entwicklung

Tel.: +49 170 5134938