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Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt*

Am 20. März ist der Weltglückstag. Seit 2013 wird er von der UN-Hauptversammlung begangen und will darauf hinzuweisen, dass Wohlbefinden und Zufriedenheit weit mehr als eine Frage materiellen Wohlstands sind. Aus diesem Anlass wollen wir uns mit einer Frage einmal etwas genauer beschäftigten: Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff: Glück?

„Glück gehabt!“ rufen wir gelegentlich aus, wenn jemand im letzten Moment einem Hundehaufen auf dem Gehweg ausweicht. Im gleichen Atemzug sprechen wir jedoch auch von Glück, wenn wir mit einem Freund unsere Erinnerungen an den letzten Urlaub teilen. In der deutschen Sprache hat das Wort Glück in der Regel zwei Bedeutungen: Glück im Sinne von einem (oft schicksalhaften) günstigen Ausgang eines Ereignisses und Glück im Sinne von Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit. Die englische Sprache ist da etwas präziser und unterscheidet beide Facetten des Glücks mit den Begriffen „to be lucky“ (Glück haben) und „to be happy“ (glücklich sein).

Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind wir vor allem an der Zufriedenheit und dem Wohlbefinden der Beschäftigten interessiert und knüpfen damit an die zweite Bedeutung des Wortes Glücks an. Glück dient schließlich nicht nur der einzelnen Person, sondern hat auch im Betrieb weitreichende Konsequenzen: Glückliche Beschäftigte sind produktiver, kooperativer, flexibler und motivierter (z.B. Bellet et al., 2019). Und nicht zuletzt verfügen sie über ein stärkeres Immunsystem und erkranken seltener bzw. werden schneller wieder arbeitsfähig.

Diese Facette des Glücks ist glücklicherweise auch beeinflussbar: vergleicht man das Glücksempfinden verschiedener Personen, lassen sich im Schnitt 40% der Unterschiede auf individuelles, selbstgesteuertes Handeln und Verhalten zurückführen (Lyubomirksy et al., 2005). Wir sind also in gewissem Maße tatsächlich der sprichwörtliche Schmied unseres eigenen Glückes. Doch was braucht es, um das eigene Glück proaktiv zu steigern?

Die Positive Psychologie liefert Antworten auf diese Frage und beleuchtet mit wissenschaftlichen Methoden unterschiedliche Einflussfaktoren: die Bedeutung guter und gelingender zwischenmenschlicher Beziehungen, das Einsetzen persönlicher Stärken in Beruf- und Privatleben und die große Rolle des Sinns, den wir unserem täglichen Tun beimessen.

Wollen auch Sie sich mit Ihren Beschäftigten auf eine Entdeckungsreise zu Ihren persönlichen und betrieblichen Glücksquellen begeben? Dann sprechen Sie uns gern an. Wir unterstützen Sie mit unserem Glücks-Seminar oder dem Online-Seminar Sinnerleben für Führungskräfte und Beschäftigte, die Forschungsergebnisse der Positiven Psychologie in Ihren Betriebsalltag zu übertragen.

Für Sie zum Ausprobieren – Glück sichtbar machen

Steigern Sie Ihr persönliches Wohlbefinden, indem Sie die schönen Momente und kleinen Erfolge am Tag bewusst wahrnehmen und ihnen Beachtung schenken. In der Übung „Three good things“ geht es darum, jeden Abend drei Kleinigkeiten des Tages schriftlich festzuhalten, die wir als positiv oder gelungen erlebt haben. So könnten Sie sich vor dem Schlafengehen einen kleinen Zettel nehmen und aufschreiben, dass Sie die Mittagspause in der Sonne genossen oder den morgendlichen Kaffee so richtig zelebriert haben. Denn: Schlechte Erfahrungen bleiben uns nachweislich besser im Gedächtnis als positive Augenblicke. Diese Übung kann dabei helfen, die gelingenden Momente unseres Alltags nicht länger zu übersehen. Das Erinnern und Aufschreiben dieser kleinen Glücksmomente über einige Tage bis Wochen hinweg kann Studien zufolge dabei helfen, das eigene Wohlbefinden zu steigern (Lai & O’Carroll, 2017).

Ausgabe 3/2022

IN-Nachrichten


Oliver Hasselmann
Referent Forschung & Entwicklung

Tel. 0221 27180-118
E-Mail: oliver.hasselmannaEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde


Annika Wurster
M.Sc. Psychologie
Beraterin Betriebliches Gesundheitsmanagement

Tel. 0221 27180-147
E-Mail: annika.wursteraEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde

„Kita“ – ein Arbeitsfeld mit besonderen Belastungen

Kleine Möbel, viel Lärm und bei jeglicher Wetterlage an die frische Luft. Der Arbeitsalltag stellt viele besondere Anforderungen an die Beschäftigten einer Kita. Die Bedürfnisse der Kinder stehen an erster Stelle, aber auch die Vorstellungen und Erwartungen der Eltern sind nicht außer Acht zu lassen – hinzu kommen die oft recht strengen Vorgaben durch den Träger.

 
Dr. Dario Zaremba
M.Sc. Psychologie
Berater Gesundheitsmanagement

Tel. 0221 27180-127
E-Mail: dario.zarembaaEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde

 

 

 

 

Ergebnisse Selbstcheck Resilienz

In der Februar-IN konnten Sie Ihre Resilienz mit unserem kostenlosen Selbstcheck einschätzen. Hier die Ergebnisse:
 

 

 

Am 18. März ist World Sleep Day. Mit diesem Tag möchte die World Sleep Society auf die Wichtigkeit von gesundem Schlaf und die Belastung in unserer modernen Gesellschaft durch Schlafprobleme aufmerksam machen. Ziel ist es, die Prävention und Behandlung von Schlafstörungen zu verringern.

Literaturverzeichnis

Schlack, R., Hapke, U., Maske, U., Busch, M., & Cohrs, S. (2013). Häufigkeit und Verteilung von Schlafproblemen und Insomnie in der deutschen Erwachsenenbevölkerung. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 56(5), 740-748.

Gahr, M. (2018). Insomnie und andere Schlafstörungen. Nervenheilkunde, 37(03), 191-198.

Organisationale Resilienz in Kindertagesstätten

Gute Nacht? – Was bei Schlafstörungen helfen kann

Durch die Corona-Pandemie sind die Anforderungen und Risiken im Alltag der Erzieher*innen weiter gestiegen. Die Arbeit ist geprägt von vielen zwischenmenschlichen Kontakten, zumeist mit kleinen Kindern, so dass Erzieher*innen täglich vielen verschiedenen Viren und Bakterien ausgesetzt sind. Sie müssen ständig neue Verordnungen der Regierung umsetzen, zudem führt das Pandemiegeschehen vielerorts zu Personalmangel. Hinzu kommen Quarantänebestimmungen für Personal und Kinder sowie Pooltestungen, die eine zusätzliche Herausforderung darstellen. Die ständig wechselnden Anforderungen verlangen den Beschäftigten viel ab. Wie können Erzieher*innen bei diesem Arbeitsleben psychisch widerstandsfähig bleiben?

Deshalb ist organisationale Resilienz hier besonders wichtig

Um als Kita bei den vielen Anforderungen krisenfest zu bleiben, kann eine gut entwickelte organisationale Resilienz helfen. Erzieher*innen müssen leistungsstark und widerstandsfähig sein, denn sie sind verantwortlich für das Wohlergehen der Kinder. Häufig führt der Arbeitsalltag zu Stress und Überlastung. Ein guter und souveräner Umgang mit solchen Situationen ist nicht nur vorteilhaft für die Erzieher*innen, sondern unterstützt die gesamte Einrichtung. Kolleg*innen stärken sich gegenseitig, indem sie gemeinsam stressige und schwierige Situationen bewältigen. Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Einrichtungsleitung. Sie fungiert als Organisator der Kita und sollte, vor allem in unsicheren Zeiten, Sicherheit vermitteln und die Motivation ihrer Mitarbeiter*innen fördern. Zusammengefasst: Eine gut ausgeprägte organisationale Resilienz sorgt dafür, dass Erzieher*innen sich auf das Wesentliche ihrer Arbeit, die Kinder, konzentrieren können und gleichzeitig ihr eigenes Wohlbefinden und ihre Zufriedenheit fördern.

Wie lässt sich organisationale Resilienz in der Kita stärken?

Eine resiliente Organisation teilt auf allen Ebenen eine gemeinsame Vision und verabredet gemeinsame Ziele. Die gesunde Entwicklung der Kinder steht an oberster Stelle, aber damit dies gelingen kann, müssen auch die Erzieher*innen zufrieden, motiviert, leistungsstark und arbeitsfähig sein und bleiben.

Folgende Faktoren stärken die organisationale Resilienz:

  • Ein Konzept für alle: Mit dem Konzept der Einrichtung sollten sich alle Beschäftigten identifizieren können.
  • Führung als Anker: Die Einrichtungsleitung ist erste Ansprechpartner*in bei Konflikten. Daher sollte sie stets präsent sein und den Alltag in der Kita mitgestalten. Sie kann bei Notständen aushelfen und weiß, wie ein Alltag in der Gruppe aussieht.
  • Das Team als Ganzes: Erzieher*innen und Leitung bilden ein Team. Man unterstützt sich gegenseitig als interaktive Gemeinschaft, somit können viele Kompetenzen erschlossen werden.
  • Erfahrungsaustausch und Fehlerkultur: Fehler und Erfahrungen sollten untereinander geteilt und ein Lernen daraus gefördert werden. Junge Mitarbeiter*innen bringen frischen Wind in den Arbeitsalltag und langjährige Erzieher*innen verfügen über die nötige Erfahrung. Alle lernen voneinander und sind offen und aufgeschlossen gegenüber anderen Teammitgliedern. 
  • Regelmäßiger Austausch: Feste Teamsitzungen fördern die kontinuierliche Verbesserung der Arbeit, somit können vulnerable Stellen reflektiert und behandelt werden.
  • gemeinsame Zeit: Arbeitsunabhängige Teamtage bieten die Chance, sich außerhalb der Arbeit kennen zu lernen und bringen neue Erfahrungen mit sich. Das stärkt das Wir-Gefühl und schafft mehr Zusammenhalt.
  • Selbstwirksamkeit: Zukünftige Veränderungen müssen früh erkannt werden, um dementsprechend auf sie zu reagieren. Dies betrifft nicht nur die Leitung, sondern auch die Erzieher*innen. Die Beschäftigten müssen erleben, dass sie mitgestalten und sich einbringen können und in ihrem eigenen Arbeitsalltag über Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen.

Und die Kinder?

So wie die Leitung eine wichtige Vorbildfunktion für die Erzieher*innen hat, fungieren die Mitarbeitenden mit ihrem Verhalten als Vorbild für die Kinder. Ihre Haltung, ihr Umgang und ihre Werte dienen den Kleinsten als Anleitung und geben ihnen Orientierung. Ein*e Erzieher*in, der*die für organisationale und auch für individuelle Resilienz sensibilisiert ist, gibt dies im Arbeitsalltag an die Kinder weiter. So lernen auch sie, wie sich schwierige Situationen gut meistern lassen und was es bedeutet, sich gegenseitig zu unterstützen.

Die AOK Rheinland/Hamburg sowie die Fachberater*innen des BGF-Instituts unterstützen Sie mit Resilienz-Seminaren für Ihre Beschäftigten, Teamentwicklungsmaßnahmen oder Kick-Off Workshops auf Führungsebene. Sprechen Sie uns gerne an.

Jeden Abend stellt sich für Menschen mit Schlafstörungen die gleiche Frage: Wird diese Nacht wieder so schlimm wie die letzte? Rund ein Drittel der Erwachsenen leiden gelegentlich unter Ein- und/oder Durchschlafstörungen oder frühmorgendlichem Erwachen (Insomnie) (Schlack et al., 2013). Auch der wiederkehrende Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit führt bei einigen Menschen dazu, dass sie aus dem Rhythmus geraten.

Eine gute Nachricht vorweg: Wer gelegentlich eine schlechte Nacht erlebt, muss sich normalerweise keine Sorgen um die eigene Gesundheit machen. Auch wenn Stimmung und Belastbarkeit am Tag nach einer schlechten Nacht bei vielen Menschen beeinträchtigt sind, kommen die meisten mit einer kürzeren Schlafdauer oder schlechteren Schlafqualität relativ gut aus. Leidet man aber dauerhaft unter Einschlafschwierigkeiten, Durchschlafproblemen oder frühem morgendlichem Erwachen oder wird der Schlaf dauerhaft als nicht erholsam erlebt, sollte man sich an den Hausarzt oder die Hausärztin wenden. Denn der Schlaf spielt für uns Menschen eine wichtige Rolle u.a. bei der Erholung und Regeneration des gesamten Körpers oder der Verarbeitung von Tageseindrücken. Ist der Schlaf andauernd gestört, können sich verschiedene psychische und körperliche Beeinträchtigungen oder Erkrankungen entwickeln (Schlack et al., 2013) - Siehe auch Grafik des Monats November 2021: Schlaflos durch die Nacht.

Es gilt also herauszufinden, was die Ursache für die Schlafstörung ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Akute oder chronische körperliche Erkrankungen, psychische Belastungen und Erkrankungen oder Umgebungsbedingungen und äußere Einflüsse. Einen großen Einfluss auf unseren Schlaf haben allerdings auch unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Wer kennt das nicht? Nach einer schlechten Nacht fühlt man sich tagsüber manchmal so müde, dass ein Mittagsschlaf sehr verlockend ist. Aber ist das wirklich hilfreich? Für Menschen mit Schlafstörungen ist dieses Verhalten nicht empfehlenswert, denn so könnte ein Teufelskreis in Gang gesetzt werden, bei dem man abends nicht müde genug ist, um gut einzuschlafen und womöglich erneut eine gestörte Nachtruhe erlebt.

Doch was kann man tun? Zunächst mal ist es wichtig, den persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus kennen zu lernen und möglichst einzuhalten. Das bedeutet: stets zur selben Zeit zu Bett gehen und morgens wieder aufstehen. Ein Schlaftagebuch kann dabei helfen, wichtige Informationen über den eigenen Schlaf zu sammeln, die auch mit dem Hausarzt bzw. der Hausärztin besprochen werden können. Weitere wichtige Bausteine für einen gesunden Schlaf sind:

  • die Schlafumgebung: ist das Schlafzimmer schlafförderlich eingerichtet und gestaltet?
  • die Ernährung: Nehme ich schlafförderliche also z.B. leicht verdauliche Nahrungsmittel zu mir und vermeide ich für den Schlaf ungünstige Nahrungsmittel?
  • Bewegung und Entspannung: habe ich ausreichend Bewegungs- und Entspannungseinheiten im Tagesablauf?
  • die Abendgestaltung und Einschlafrituale: womit beschäftige ich mich am Abend und kurz vor dem Schlafengehen? Gibt es feste Einschlafrituale?
  • die Gestaltung der Schlafenszeit: entspricht die Schlafenszeit meinem Schlaf-Wach-Rhythmus? Was tue ich, wenn ich einmal nicht einschlafen kann? (Gahr, 2018)

Sie haben Interesse daran, das Thema gesunder Schlaf in Ihrem Unternehmen anzugehen? Mit unseren Vorträgen und Workshops zum Thema gesunder Schlaf unterstützen wir Sie gerne dabei.

Quellen:

Bellet, C., De Neve, J.-E., & Ward, G. (2019). Does Employee Happiness have an Impact on Productivity? Saïd Business School WP 2019-13.

Lyubomirsky, S., Sheldon, K.M. & Schkade, D. (2005). Pursuing happiness: The architecture of sustainable change. Review of General Psychology, 9, S. 111-131.

Lai, S. T., & O'Carroll, R. E. (2017). The Three Good Things'-The effects of gratitude practice on wellbeing: A randomized controlled trial. Health Psychology Update, 26(1), 10-18.

 

*Albert Schweitzer, Arzt und Philosoph (1875-1965)