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Ausgabe 11/2018

IN-Nachrichten

Psychische Belastungen nehmen zu

Gibt man in die Suchmaschine von Google die Aussage „psychische Belastungen nehmen zu" ein, erhält man ungefähr 12.200.000 Ergebnisse. Eine etwaige Folge von psychischen Belastungen stellen die Belastungs- und Anpassungsstörungen dar. Laut Arbeitsunfähigkeitsstatistik der AOK Rheinland/Hamburg verursacht diese Erkrankung die vierthöchsten krankheitsbedingten Ausfalltage unter den beschäftigten Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg. Auch tritt diese Erkrankung – nach den häufigen Kurzerkrankungen, wie Erkältungen oder Bauchschmerzen – relativ häufig auf.


Was sind Belastungs- und Anpassungsstörungen?

Sie werden als Störungen bezeichnet, die in einem Zusammenhang mit belastenden Lebensereignissen auftreten. Je nach Intensität des Ereignisses unterscheidet man 

  • schwere Belastungen als potenzielle Auslöser von Anpassungsstörungen, 
  • traumatische Ereignisse als mögliche Auslöser von akuten Belastungsreaktionen und 
  • posttraumatischen Belastungsstörungen.[1] 

Dabei ist das Auftreten von Anpassungsstörungen deutlich höher als von Belastungsstörungen.

Als belastende Lebensereignisse gelten unter anderem familiäre Konflikte, berufliche oder schulische Probleme, Erkrankungen oder Todesfälle im Bekanntenkreis. Solche belastenden Lebensereignisse müssen zu bedeutsamen Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen bzw. schulischen Bereichen führen, die über das hinausgehen, was man bei der Konfrontation mit diesen Belastungsereignissen erwarten würde. 

[1] Simmen-Janevska, K.; Maercker, A. (2011). Anpassungsstörungen: Konzept, Diagnostik und Interventionsansätze. Psychother Psych Med 2011; 61:183-192. Thieme

 

Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Belastungsstörungen treten insbesondere in der Pflegebranche, in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen auf. Im Vergleich zum Durchschnitt liegen in diesen Branchen 50-60 Prozent häufiger Arbeitsunfähigkeitsfälle vor (siehe Abbildung). 

Zur Erklärung der unterschiedlichen Ausprägungen in den Branchen müssen hier insbesondere die spezifischen Anforderungen der Branche hinsichtlich sozialer Kompetenzen und der sogenannten Emotions-/ Beziehungsarbeit berücksichtigt werden.

Sie möchten wissen, was Sie im Umgang mit psychisch gefährdeten Mitarbeitern in Ihrem Unternehmen tun können? Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung bietet beispielsweise Seminare und Vorträge zu den Themen Stressmanagement, Resilienz oder Glück an.

Unser Fachberater Dr. Thorsten Flach berät Sie gern.

 


Dr. Thorsten Flach
Fachberater Team Psychologie & Reporting
Tel. 0221 27180-123
E-Mail: thorsten.flachaEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde

Sinnerleben im Beruf hat positiven Einfluss auf die Gesundheit

Erleben Beschäftigte ihre Arbeit als sinnstiftend, wirkt sich das positiv auf ihre Gesundheit aus: Sie fehlen seltener am Arbeitsplatz und haben deutlich weniger arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer Repräsentativbefragung von über 2.000 Erwerbstätigen. Dafür haben sie auch erfragt, was den Menschen am Arbeitsplatz besonders wichtig ist. Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sowie das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, sind den Beschäftigten deutlich wichtiger als ein hohes Einkommen.

Laut der Umfrage des WIdO ist es 98,4 Prozent der Befragten im Job am wichtigsten, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen (97,9 Prozent), ein gutes Betriebsklima (96,8 Prozent), die Loyalität des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern (96,8 Prozent) sowie ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten (92,4 Prozent) haben für sie einen sehr hohen Stellenwert. Für das eigene Sinnerleben sind den meisten Beschäftigten also vor allem persönlich und sozial motivierte Aspekte ihrer Arbeit wichtig. Von einem positiven Betriebsklima berichten jedoch nur 78 Prozent der Befragten und lediglich 69,3 Prozent geben an, dass sich ihnen ihr Arbeitgeber gegenüber loyal verhält.

Sinnerleben und Gesundheit

Beschäftigte, die ein hohes Sinnerleben in ihrem Beruf haben, fehlen mit 9,4 AU-Tagen deutlich weniger am Arbeitsplatz als solche, die über eine geringe persönliche Sinnerfüllung im Job berichten. Letztere kommen auf 19,6 Fehltagen pro Jahr. Interessant in diesem Zusammenhang: Auch jobbedingte körperliche Beschwerden werden bei den zufriedenen Beschäftigten deutlich seltener genannt (34 Prozent versus 54,1 Prozent).  Bei den psychischen Beschwerden fällt die Differenz sogar noch größer aus. Dort sind es 33,2 Prozent im Vergleich zu 56,5 Prozent. 

„Wenn Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern möchten, sollten sie ihren Beschäftigten gegenüber mehr Loyalität vermitteln und die vertrauensvolle Zusammenarbeit gezielt fördern“, resümiert Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) kann Unternehmen unabhängig von der Branche dabei unterstützen, diese Ziele zu erreichen. Die AOK ist hier bereits sehr aktiv. Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, zeigt das exemplarisch für die Pflegeberufe: „Pflegekräfte haben ein hohes Ansehen in der Gesellschaft und bewerten ihre Arbeit auch selbst als gesellschaftlich relevant. Ihr Arbeitsalltag ist jedoch häufig geprägt von Zeitdruck und nicht verlässlichen Arbeitszeiten.“ Die hohe Belastung zeige sich auch an ihrem Krankenstand, der deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt. „Dabei ist es mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Pflegebranche besonders wichtig, dass Pflegekräfte gesund bleiben und ihren Beruf lange ausüben können“, so Litsch. In Einrichtungen des Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesens werden schon heute 77 Prozent aller BGF-Maßnahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung in Kooperation mit einer AOK durchgeführt. Das geplante Pflegepersonal-Stärkungsgesetz greift diesen Ansatz auf und soll die Betriebliche Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen mit rund 70 Millionen Euro jährlich fördern.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie man persönliches Sinnerleben und Glück im Unternehmen stärken kann? Dann sprechen Sie den Fachberater Viktor Vehreschild an:


Viktor Vehreschild
Fachberater Team Psychologie & Reporting
Tel. 0221 27180-121
E-Mail: viktor.vehreschildaEPsoiCvpS7uA5zuhBTuwnbgf-institutde

Die gesamte Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) finden Sie hier >>