AOK / BGF-Gesundheitspreis 2004 verliehen

Mittlerweile ehrte das BGF-Institut der AOK Rheinland den 20. Preisträger mit dem AOK/BGF Gesundheitspreis. Seit 1998 wird der Preis an Unternehmen vergeben, deren Projekte zum Gesundheitsmanagement vorbildlich sind. Den Preis, der aus einer Urkunde, einer Statue und einem Preisgeld von 10.000 € besteht, teilten sich im Jahr 2004 drei Unternehmen aus dem Rheinland:

Die Preise wurden im Rahmen von Feierstunden im Mai und Juni 2005 durch den stv. Vorstandsvorsitzenden der AOK Rheinland Jürgen Stier, den Geschäftsführer des BGF-Instituts Heinz Kowalski, die AOK-Regionaldirektionen und den Vorsitzenden der Jury Klaus Hahn, überreicht.

Kölner Studentenwerk



Service rund ums Studium: Mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich beim Kölner Studentenwerk um all das, was für etwa 80.000 Studierende der Kölner Hochschulen neben Studium und Freizeitgestaltung wichtig ist. So betreibt das Kölner Studentenwerk Mensen und Cafeterien, die Kindertagesstätten "Uni-Kids" und "FH-Zwerge" sowie eine Studierenden-Bücherei. Es ist zuständig für die Ausbildungsförderung nach dem BAföG und vermietet Zimmer und Wohnungen in 84 Wohnhäusern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten Studierende bei sozialen, psychischen und finanziellen Problemen.

Seit fast 10 Jahren in der BGF aktiv
Vor 9 Jahren richtete das Kölner Studentenwerk den Arbeitskreis Gesundheit ein. Ausgangspunkt war der hohe Krankenstand. Eine Arbeitsunfähigkeitsdatenanalyse des BGF-Instituts hatte ergeben, dass der Gesamt-Krankenstand aller AOK-versicherten Beschäftigten 10,6% betrug; er lag damit knapp 4 Prozentpunkte über dem der Region Köln. Ziele dieses Steuerungsgremiums waren und sind, mit einer gesundheitsgerechten Arbeitsplatzgestaltung das Wohlbefinden, die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Aus dem Arbeitskreis Gesundheit entwickelten sich Arbeitsplatzbegehungen, Hebe- und Trage-Trainings sowie Konflikt-Coachings. Darüber hinaus wurden und werden im Kölner Studentenwerk Veranstaltungen zu den Themen Entspannungstechniken, Raucherentwöhnung, Deutsch als Fremdsprache, Frauen und Gesundheit und Stressvermeidung am Arbeitsplatz angeboten. Die kontinuierliche und nachhaltige Umsetzung des BGF-Prozesses hat unter anderem dazu geführt, dass der Gesamt-Krankenstand sich um mehr als ein Drittel reduzierte.

VAW-IMCO Guss und Recycling GmbH



Die VAW-IMCO wurde am 01.01.1996 als Joint - Venture der VAW Aluminium AG, Bonn und der IMCO Recycling Inc., Irving, Texas, USA gegründet. Seit Dezember 2004 gehört die VAW-IMCO zu Aleris International Inc. mit Sitz in Cleveland, Ohio. Aleris ist das weltweit größte Unternehmen für das Recycling von Aluminium und Zink. Die VAW-IMCO Guss und Recycling GmbH hat in Deutschland zurzeit 3 Standorte und hat sich auf Recycling von aluminiumhaltigen Schrotten spezialisiert. Das "Erftwerk" und die "Hauptverwaltung" befinden sich in Grevenbroich. Auf einer Fläche von 40.000 m² werden dort jährlich 50.000 t Flüssigaluminium und 100.000 t Aluminium in fester Form als Masseln, Pyramiden und Snows produziert. Die VAW-IMCO in Grevenbroich beschäftigt ca. 200 Mitarbeiter, davon ungefähr 70 % im Bereich der vollkontinuierlichen Wechselschicht. Ihre Hauptkunden sind die Automobilindustrie und deren Zulieferer.



Das Gesundheitsprogramm der VAW-IMCO in Grevenbroich
Im Jahre 2000 wurde der Kreis ASUG (Arbeitssicherheit, Umwelt und Gesundheit) gegründet. Dieser Kreis setzt sich aus der Geschäftsleitung, der Werkleitung, der Personalleitung, der Fachkraft für Arbeitsicherheit, dem Werksarzt und dem Betriebsrat zusammen. Die Implementierung des Gesundheitsmanagements startete mit der Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK-versicherten Beschäftigten durch das Institut, die die Basis für weitere Maßnahmen darstellte. Workshops dienten dazu, mögliche Ursachen für Krankheiten zu erkennen. Des Weiteren wurden defizitäre Verhaltensweisen und Verhältnisse im Bereich der Arbeitsplatzumgebung, die sich bei den Workshops herauskristallisiert hatten, durch ein Ergonomiegutachten des Instituts focusiert.

Was hat sich bis jetzt getan, bzw. verändert und welche Erfolge wurden erzielt?

  • Unter anderem wurden neue Sitze für Flurförderfahrzeuge angeschafft, bzw. wurden neue, auf die Produktion abgestimmte Radlader mit Klimaanlage geleast.
  • Vorgesetzte wurden im Bereich der Information und Kommunikation geschult.
  • Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde eine arbeitsplatzorientierte Rückenschule angeboten.
  • Den Mitarbeitern wurden aufgrund der hohen Temperaturen im Produktionsbereich kostenlos ausreichend Getränke zur Verfügung gestellt.
  • Die Vorgesetzten und Beschäftigten wurden durch einen Facharzt bzw. Experten des Instituts über Sucht am Arbeitsplatz aufgeklärt. Im Vordergrund standen die Themen "Alkohol" und "Drogen".
  • Für jeden Betriebsteil des Werkes ist ein detaillierter Messplan über Gefahrstoffe aufgestellt worden. Auf diese Weise wird regelmäßig überprüft, ob sich Stäube oder Gefahrstoffe in krankheitsfördernden Konzentrationen in der Luft der Arbeitsbereiche befinden.

Alle Maßnahmen sorgten im Grundsatz für höhere Zufriedenheit und führten zu Steigerungen der Identifikation, der Gesundheitsquote, der Produktivität und zur Reduzierung der Lohnnebenkosten. Der Krankenstand der AOK-versicherten Beschäftigten betrug im Jahre 2000 noch 6,82%. Im Jahre 2004 waren es nur noch 3,97%. Bei der Personalstruktur in Grevenbroich ergibt jeder Prozent-Punkt weniger Krankenstand eine Ersparnis von ca. 150.000 Euro per anno.

Lackwerke Peters GmbH + Co KG



Die 1927 gegründete Niederrheinische Lackfabrik in Krefeld wurde 1970 von dem Unternehmer Werner Peters übernommen. Er spezialisierte das Unternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von Lacken, Beschichtungsstoffen und Vergussmassen für die Elektronik. Im Zuge der raschen Expansion erfolgte 1984 der Umzug von Krefeld nach Kempen und die Umfirmierung in die Lackwerke Peters GmbH + Co KG. Mittlerweile engagiert sich das rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starke Team des konzernunabhängigen Familienunternehmens gemeinsam mit 65 Auslandsvertretungen für über 3.500 Kunden weltweit. Mit ihren Produktinnovationen, ihrem Kundenservice und der Flexibilität eines mittelständischen Unternehmens hat sich die Lackwerke Peters GmbH + Co KG insbesondere mit den aktuellen, besonders umweltschonenden "ECO-Systemen" kontinuierlich zu einem Marktführer für Beschichtungsstoffe zum Schutz bestückter Leiterplatten/Flachbaugruppen in Europa entwickelt.

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Das BGF-Projekt
2002 begann das Unternehmen mit dem strukturierten Gesundheitsmanagement. Ziel war und ist eine systematische Gesundheitsförderung der gesamten Belegschaft. Ausgangsbasis war die Arbeitsunfähigkeitsdatenanalyse der AOK-versicherten Beschäftigten, die einen erhöhten Krankenstand auswies. Bei der Implementierung des Projektes wurde von Beginn an den Experten der AOK Rheinland und des Instituts vertraut, die beratend und moderierend zur Seite standen. Es wurde ein Arbeitskreis Gesundheit gegründet, der internes und externes Wissen nutzt, um Maßnahmen des Gesundheitsmanagements zu planen, zu definieren und zu koordinieren. Arbeitssituationsanalysen führten dazu, dass belastende Faktoren bei den Arbeitsabläufen, der Arbeitsplatzumgebung, der Arbeitsorganisation etc. erkannt und analysiert und in der weiteren BGF-Arbeit optimiert wurden. So ersetzte man z.B. schwere Deckel, mit denen die Lackansatzbehälter abgedeckt werden, durch wesentlich leichtere, einfach zu befestigende Deckel. In einer Kleinteilewaschanlage wurde ein Hebekran installiert, damit die dort Beschäftigten die schweren Teile nicht mehr in die Anlage heben müssen. Bezüglich der Arbeitsorganisation wurden z.B. Laufzettel optimiert, um unnötige Wege und Wartezeiten abzubauen. Die Führungskräfte haben Weiterbildungsseminare des Instituts zur Führung und Kommunikation besucht.

Seit Einführung des Gesundheitsmanagements hat sich der Krankenstand kontinuierlich reduziert, so dass er jetzt unter dem Branchendurchschnitt liegt.


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